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18.05.2012

20:41 Uhr

Işbank-Chef Adnan Bali

„Wir werden noch viele Schwierigkeiten erleben“

VonNicole Bastian, Yasmin Osman

Adnan Bali rechnet mit einer weiteren Kaufwelle in der Türkei. Der Chef der größten türkischen Bank über die Attraktivität seines Heimatmarktes, die Expansion ins Ausland, und den Vorteil einer Wirtschaft ohne den Euro.

Işbank-Chef Adnan Bali: „Wir schlagen eine Brücke zwischen den Welten.“ Pressefoto Isbank

Işbank-Chef Adnan Bali: „Wir schlagen eine Brücke zwischen den Welten.“

DüsseldorfHerr Bali, die Finanzkrise scheint den Banken Ihres Landes kaum etwas angetan zu haben - wieso?

Wir haben uns in der Tat von der globalen Finanzkrise abkoppeln können. Die Türkei hatte die notwendigen aufsichtsrechtlichen und makroökonomischen Reformen schon nach der türkischen Finanzkrise 2001 ergriffen. Das hat die negativen Auswirkungen der globalen Finanzkrise begrenzt. Außerdem ist die Verschuldungsquote des türkischen Bankensystems relativ niedrig. Auch das hat geholfen.

Aber leidet Ihre Branche nicht unter schrumpfenden Zinsmargen?

Der Rückgang war schon ziemlich stark: Die Nettozinsmargen im Bankensektor lagen Anfang 2010 bei 5,7 Prozent, und Ende 2011 waren es weniger als 3,5 Prozent. Das steckt ein großes Institut, wie wir es sind, leichter weg als eine kleine oder mittelgroße Bank. Das wird den Konzentrationsprozess bei den kleineren und mittleren Banken sicher verstärken.

Auch deutsche Banken und Versicherer finden den Markt attraktiv. Dennoch fand die belgische Dexia keinen Käufer für ihre türkische Tochter Denizbank.

Kurzfristig kann ein Verkauf aus den unterschiedlichsten Gründen schwierig sein. Langfristig bleibt die Türkei aber für ausländische Investoren ein interessanter Markt, selbst wenn sich das Wirtschaftswachstum derzeit etwas abschwächt. Abschwächung heißt im Falle der Türkei ja immer noch ein Wachstum von vier Prozent im Jahr. Es gibt nicht viele Länder, die so eine Entwicklung vorweisen können.

Rechnen Sie nach der Kaufwelle vor einigen Jahren mit weiteren ausländischen Investitionen?

Natürlich, ich rechne fest mit einer weiteren Welle. Wir haben in jüngerer Zeit Interessenten aus unterschiedlichen Ländern gesehen, auch aus Russland und dem Nahen Osten. Unsere Wettbewerber sehen ja das Gleiche, was wir auf Basis unserer Marktanalysen sehen. Wir prüfen international, wie attraktiv die unterschiedlichen Märkte sind. Und wissen Sie, was herauskommt? Da steht an erster Stelle die Türkei.

Aus welchen Gründen?

Da stimmen einfach die makroökonomischen Daten, egal welchen Indikator Sie wählen: Kreditbestand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, Gesamtvermögen, Einlagen, Bankfilialen pro Einwohner. Die erzielbaren Gewinnspannen sind noch immer sehr gut. Allerdings muss sich für eine weitere Investitionswelle in unserem Markt das globale Klima für die Bankbranche verbessern.

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