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23.01.2005

16:32 Uhr

Im Streit mit Leo Kirch

Deutsche Bank muss Vorstandsgehälter offen legen

Etappensieg für Leo Kirch im Rechtsstriet mit dem Frankfurter Geldinstitut: Die Bank muss nicht nur veröffentlichen, was ihre Spitzenkräfte verdienen, sondern auch, Auskunft über den Aktienbesitz der elf Mitglieder des „Group Executive Committee“ geben.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Deutsche Bank muss im Rechtsstreit mit dem Medienunternehmer Leo Kirch die Gehälter sämtlicher Mitglieder ihres erweiterten Vorstandes offen legen. Das habe das Landgericht Frankfurt in einem Verfahren entschieden, das von der Ehefrau des Medienunternehmers Leo Kirch angestrengt wurde, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Ein Sprecher Kirchs bestätigte am Sonntag, das Urteil sei am Freitag zugestellt worden. Der Deutschen Bank liegt die Entscheidung dagegen nach eigenen Angaben noch nicht vor. Man könne daher keinen Kommentar abgeben, sagte ein Sprecher. Das Urteil wurde laut Zeitungsbericht am 18. Januar gefällt.

Die Bank soll laut Zeitungsbericht auch Auskunft geben über den Aktienbesitz der elf Mitglieder des „Group Executive Committee“. In dem Gremium sind neben den Mitgliedern des Konzernvorstands um Vorstandssprecher Josef Ackermann auch die Top-Führungskräfte aus den Konzernbereichen vertreten. Zudem sei der Konzern verpflichtet, die Frage zu beantworten, ob es stimme, „dass 200 Mitarbeiter mehr verdienen als Herr Dr. Josef Ackermann“.

Der Medienunternehmer Kirch hat die Deutsche Bank und ihren früheren Vorstandssprecher Rolf Breuer in Deutschland und in den USA mit einer Prozesslawine überzogen. Kirch führt seine Insolvenz auf ein Fernsehinterview Breuers im Februar 2002 zurück, der die Kreditwürdigkeit der später zusammengebrochenen Kirch-Mediengruppe in Zweifel gezogen hatte. Zudem klagt Kirch auf Schadensersatz mindestens in dreistelliger Millionenhöhe.

Das Oberlandesgericht München hat ihm im Streit mit Breuer recht gegeben, allerdings wird das Urteil noch vom Bundesgerichtshof überprüft. Gleichzeitig lehnte das OLG München die Schadenersatzklage gegen Breuer persönlich ab. Das Landgericht Frankfurt will am 16. Februar über eine Anfechtungsklage Kirchs gegen Beschlüsse der Hauptversammlung der Deutschen Bank im Jahr 2003 entscheiden.

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