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12.01.2016

11:26 Uhr

Immobiliendeal in London

Finanzaufseher mietet sich bei Deutscher Bank ein

Die britische Finanzaufsicht FCA geht nicht länger auf Konfrontation mit den Banken. Nun hat die Annäherung eine weitere Stufe erreicht: Die FCA zieht 2018 in ein Gebäude ein, das der Deutschen Bank gehört.

Die FCA hat die Deutsche Bank in der Vergangenheit zu harten Strafen verdonnert. Revanchiert sich die Deutsche Bank jetzt mit einer üppigen Miete? Reuters

Deutsche-Bank-Filiale in London

Die FCA hat die Deutsche Bank in der Vergangenheit zu harten Strafen verdonnert. Revanchiert sich die Deutsche Bank jetzt mit einer üppigen Miete?

LondonSeit einigen Monaten gibt sich die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA ungewohnt nett und umgänglich im Umgang mit Banken. Die Aufseher haben einige strengere Vorgaben zu den Akten gelegt, gegen die die Geldhäuser vehement wetterten, und eine eingehende Untersuchung der Bankenkultur ebenfalls aufgegeben, die die Branche kritisch sah.

Die FCA hat damit nach Ansicht einiger britischer Politiker auf den Kurs eingeschwenkt, den Finanzminister George Osborne vor einen halben Jahr vorgegeben hat. Banken seien nicht mehr Teil der Probleme, sondern Teil der Lösung, sagte er bei einem wichtigen Bankerbankett. Der Konfrontationskurs müsse ein Ende haben.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Die Annäherung zwischen Aufsichtsbehörde und Banken wird demnächst offenbar noch weitergehen: Die FCA zieht voraussichtlich 2018 in ein Gebäude im Londoner Osten ein, das der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank gehört. Diese hat das Gebäude jetzt für 370 Millionen Pfund gekauft (umgerechnet knapp 500 Millionen Euro). Dies sei eine gute Möglichkeit, um in einem Londoner Stadtteil frühzeitig zu investieren, der eine großes Potenzial habe, sagte James Petit, der bei der Deutschen Bank für Immobilien in Großbritannien und Irland verantwortlich ist, in einer Stellungnahme.

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Er war bislang ein Phantom: Bei der Deutschen Bank sollte Christian Bittar einst den höchsten Bonus der Firmengeschichte bekommen. Jetzt trat der Ex-Händler erstmals öffentlich vor Gericht auf – mit prominenter Unterstützung.

Die genaue Miethöhe ist noch unklar, die die FCA zahlen wird. Angesichts der Strafen, die die Behörde gegen die Deutsche Bank aber bereits für Verwicklungen in Manipulationsskandale verhängt hat, dürfte es einige Zeit dauern, bis die Bank das Geld wieder reingeholt hat.

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