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08.06.2015

01:55 Uhr

Immobilienfinanzierer

Aareal Bank macht Corealcredit zur Filiale

VonYasmin Osman

Die Immobilienbank Corealcredit wird demnächst in eine Filiale der Aareal Bank umgewandelt. Fast alle bisherigen Vorstände und die Hälfte der Mitarbeiter müssen dabei den Immobilienfinanzierer verlassen.

WiesbadenDie Integration der Immobilienbank Corealcredit in die Wiesbadener Aareal Bank steht kurz vor dem Abschluss. Die notwendigen Änderungen, die aus der Corealcredit eine Filiale der Aareal Bank machen, sollen voraussichtlich am 15. Juni ins Handelsregister eingetragen werden, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Im Anschluss wird der bisherige Corealcredit-Vorstand mit einer Ausnahme die Bank verlassen. Die Aareal Bank kommentierte das nicht.
Die Aareal Bank hatte die Corealcredit Ende 2013 dem Finanzinvestor Lone Star so günstig abgekauft, dass bei ihr ein außerordentlicher Gewinn von rund 150 Millionen Euro anfiel. Zunächst hieß es, die Corealcredit solle eigenständig fortbestehen. Dann wurde aber das Neugeschäft praktisch eingestellt. Im vergangenen Jahr musste bereits jeder fünfte Mitarbeiter gehen. In diesem Frühjahr kündigte die Aareal Bank an, die Corealcredit zu einer Filiale zu machen, für die eine Standortgarantie bis März 2017 gilt. Die 120-köpfige Belegschaft wird noch einmal halbiert.

Das Aus der Corealcredit bedeutet auch das Aus für das Führungsteam: Vorstandschef Reinhard Grzesik sowie seine Kollegen Arnd Stricker und Klaus Vajc werden Handelsblatt-Informationen zufolge mit der Umwandlung das Institut verlassen. Einzig Kredit-Vorstand Friedhelm Bullerdieck bleibt. Die Aareal Bank sagte dazu nichts, bestätigte aber, dass die Filialleitung neben Bullerdieck aus Leo Cremer und Elke Henzler bestehen wird.
Für die Mitarbeiter, die nun gehen sollen, hat die Corealcredit einen relativ großzügigen Interessenausgleich vereinbart: „Er sieht vor, dass Kündigungen erst nach dem 31. Mai 2016 ausgesprochen werden, soweit das überhaupt erforderlich sein sollte“, sagte ein Aareal-Bank-Sprecher auf Anfrage. Ziel sei es aber wie schon 2014, freiwillige Aufhebungsverträge abzuschließen. Rund ein Dutzend der von den Kürzungen betroffenen Banker kam sogar bei der Aareal Bank unter, ist zu hören.

Dem Betriebsrat dürfte bei den Verhandlungen geholfen haben, dass sich die Integration der Corealcredit in die Aareal Bank bereits während der Verhandlungen abzeichnete: Denn bei Betriebsübergängen sind Kündigungen ein Jahr lang ausgeschlossen. Aus diesem Grund sind die Regelungen des neuen Interessenausgleichs auch großzügiger als bei der Vereinbarung, die ein Jahr zuvor für die erste Kürzungswelle getroffen wurde.
Die Abfindungen der von der aktuellen Sparwelle Betroffenen werden dadurch höher ausfallen als die ihrer Kollegen, die wenige Monate zuvor das Unternehmen verlassen mussten. Denn eine Rückwirkung für Altfälle soll es nicht geben. „Für die ehemaligen Mitarbeiter, die vom Interessenausgleich 2014 betroffen waren, gelten naturgemäß die Regelungen eben dieses Interessenausgleichs“, sagte ein Sprecher der Aareal Bank.
Was langfristig mit der zur Filiale mutierten Corealcredit geschieht, ist offiziell noch offen. Intern rechnen viele Mitarbeiter damit, dass die Zweigstelle nach dem Auslaufen der Standortgarantie Ende März 2017 geschlossen wird. Intern hat die Corealcredit ihre Mitarbeiter jedenfalls vorsorglich darüber informiert, dass der neue Interessenausgleich sowie der Sozialplan, der bis Ende 2020 verlängert wurde, auch im Falle einer späteren Standortschließung gelten.

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