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22.02.2004

14:51 Uhr

Immobilienfinanzierer hat Dax im Visier

Hypo Real Estate: Restrukturierung geht weiter

Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) will auch 2004 zu einem Jahr der Restrukturierung machen. „Wir haben 3,6 Milliarden Euro Kredite in den problembehafteteten Risikoklassen acht bis zehn. Davon wollen wir so viel wie möglich loswerden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Georg Funke, in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

HB FRANKFURT. „Im Dezember haben wir ein Portfolio mit 1 350 Darlehen über 490 Mill. € der höchsten Risikoklasse verkauft. 2004 werden wir weitere Not leidende Kredite aus dem Deutschland-Portfolio veräußern“, fügte Funke hinzu.

Für 2003 zeigte er sich optimistisch, die Ertragsziele eingehalten zu haben. Das Unternehmen hatte einen Vorsteuergewinn von mindestens 100 Mill. € angestrebt. „Das Management ist nicht unglücklich mit dem Verlauf. Und wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft unsere Ziele einhalten“.

„Die Eigenkapitalkosten von acht bis neun Prozent werden wir voraussichtlich schon vor 2007 und damit früher als geplant verdient haben“, sagte Funke der Zeitung. Die Zinsentwicklung bereite keine Sorgen, weil der größte Teil der Kredite über die ganze Laufzeit abgesichert sei. Darüber hinaus sagte Funke, nach dem Einstieg der amerikanischen Fondsgesellschaft Brandes sehe er derzeit keine neuen Großaktionäre.

HRE-Aktien werden im März 2004 nach nur rund sechs Monaten an der Börse in den Mittelwerteindex MDax aufsteigen. Die HRE war im Oktober 2003 von der HVB Group abgespalten und an die Börse gebracht worden. HRE wird nach Berechnungen von Indexspezialisten zu den Schwergewichten im MDax gehören und könnte sogar bald zum Dax-Kandidaten avancieren. Funke sagte allerdings dem Blatt, dass der Dax kein Ziel an sich sei. Die Aktie notiere immer noch unter Buchwert, man wolle darüber kommen. Der Aktienkurs hat sich seit der Erstnotiz Anfang Oktober verdoppelt.

HVB-Chef Dieter Rampl hatte die gewerbliche Immobilienfinanzierung, einst das Kerngeschäft des bayerischen Konzerns, in einem Kraftakt innerhalb weniger Monate ausgegliedert und als von der HVB unabhängige Bank an die Börse gebracht. Hypo Real Estate war trotz massiver Risikoübernahme durch seine frühere Konzernmutter im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal war wegen besonderer Steuerbelastungen ein Nettoverlust von 4 Mill. € entstanden. In den ersten neun Monaten erzielte das Unternehmen 46 Mill. € Überschuss - nachdem die frühere Konzernmutter HVB vereinbarungsgemäß 345 Mill. € an Kreditrisiken abgenommen hatte.

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