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01.03.2012

09:43 Uhr

Immobilienfinanzierer

Hypo Real Estate schreibt schwarze Zahlen

Mit der Gründung einer Bad Bank hat sich der angeschlagene Immobilienfinanzierer seiner größten Probleme entledigt. Nun schreibt die HRE-Kernbank wieder Gewinne. Das laufende Jahr aber wird schwierig.

Am Markt firmiert die HRE mittlerweile auch unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank. dapd

Am Markt firmiert die HRE mittlerweile auch unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank.

MünchenDie verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ist nach der Auslagerung ihrer schlimmsten Wertpapiere und Kredite wieder profitabel. Der zukunftsfähige Kern pbb, der in einigen Jahren privatisiert werden soll, fuhr 2011 einen Gewinn von 188 Millionen Euro (Gesamtgewinn des Konzerns 2011: 257 Millionen Euro) vor Steuern ein, wie der einstige Dax-Konzern am Donnerstag in München mitteilte. 2010 stand noch ein Verlust von 135 Millionen Euro (Gesamtverlust 2010: 859
Millionen Euro) zu Buche. Die Pfandbriefbank (pbb) profitierte dabei davon, dass bei der Risikovorsorge für faule Kredite per saldo zwölf Millionen Euro aufgelöst werden konnten, nach einer Aufstockung von 443 Millionen im Jahr zuvor. Zudem spielten Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen keine Rolle, weil diese rechtzeitig in die Bad Bank FMS Wertmanagement abgeschoben wurden. Allerdings war das vierte Quartal mit einem Vorsteuerergebnis von 25 Millionen Euro mit Abstand das schlechteste des Jahres.

HRE- und pbb-Chefin Manuela Better sprach von einem wichtigen Schritt in Richtung einer effizienten Spezialbank. „Diesen Weg wollen wir im Jahr 2012 fortsetzen.“ Ihr Auftrag ist es, die Altlasten loszuwerden und das Institut, das in der Finanzkrise kollabierte und nur dank Staatshilfen von rund 150 Milliarden Euro überlebte, für Investoren attraktiv zu machen. Weil aber nicht erneut mit einer Risikovorsorge nahe null zu rechnen ist, gibt sich Better für 2012 zurückhaltend: Der Vorsteuergewinn der pbb dürfte auf 100 bis 140 Millionen Euro fallen.

Die Bad Bank der Hypo Real Estate

Abwicklungsanstalt FMS

Die FMS Wertmanagement ist eine Abwicklungsanstalt, die die hochriskanten Giftpapiere der Krisenbank HRE als so genannte Bad Bank übernommen hat. Sie ist im Sommer 2010 gegründet worden, damit die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate, die mittlerweile als Deutsche Pfandbriefbank auftritt, nach der Finanzkrise einen wirtschaftlichen Neubeginn starten konnte.

Die Aufgaben

Im Oktober 2010 lagerte die HRE Risikopapiere im Wert von 175 Milliarden Euro in die Bad Bank aus. Diese giftigen Papiere soll die FMS Wertmanagement in den kommenden zehn Jahren möglichst ohne größere Verluste wieder zu Geld machen. Die Abkürzung FMS steht für Finanzmarktstabilisierung.

Wer für Verluste zahlt

Für die Verluste der öffentlich-rechtlichen Abwicklungsanstalt kommt der staatliche Rettungsfonds Soffin auf, letztendlich also der Steuerzahler. Im ersten vollständigen Geschäftsjahr 2011 verhagelte die Griechenland-Krise das Ergebnis. Die Risikovorsorge für die Hellas-Papiere betrug 8,9 Milliarden Euro. Insgesamt steht ein Verlust von 9,97 Milliarden Euro zur Buche.

Personal

Die HRE-Bad-Bank beschäftigt der Bilanz zufolge 92 Mitarbeiter. Mitte des Jahres waren es noch rund 70 Mitarbeiter. Zudem greift die Abwicklungsanstalt je nach Bedarf auf externe Dienstleister zurück, die auch beratend tätig sind, und kooperiert mit Unternehmen der HRE-Gruppe.

Die Köpfe der FMS

Den Vorstand der FMS Wertmanagement teilen sich Christian Bluhm und Ernst-Albrecht Brockhaus. Bluhm war zuvor im Management der Bank Credit Suisse, Brockhaus kommt von der Bayerischen Landesbank, wo er auch für die Liquiditätsplanung und -sicherung der BayernLB zuständig war. Die FMS hat einen aus sechs Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrat.

Nach dem Beinahe-Zusammenbruch im Herbst 2008 wurde die HRE radikal verkleinert. Jetzt wächst aber zumindest die pbb wieder. 2011 verdoppelte sich das Neugeschäftsvolumen auf acht Milliarden Euro - 6,3 Milliarden davon entfielen auf den Immobilienbereich, 1,7 Milliarden auf öffentliche Finanzierungen. Die Bank betonte, steigende Bruttomargen zu erzielen. Im laufenden Jahr soll wieder ein Neugeschäftsvolumen von bis zu acht Milliarden Euro erreicht werden. Der Jahresstart dürfte dabei aber verhalten ausfallen, weil die Kapitalmärkte noch angespannt seien.

Auch der gesamte HRE-Konzern schreibt wieder schwarze Zahlen. Hier summierte sich der Vorsteuergewinn 2011 auf 257 Millionen Euro nach einem Minus von 859 Millionen im Jahr zuvor. Die irische Staatsfinanzierungstochter Depfa, die mit ihren Liquiditätsnöten seinerzeit die Krise des Konzerns
auslöste, verdiente vor Steuern 124 Millionen Euro. 2010 gab es hier noch einen Verlust von 680 Millionen Euro.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

01.03.2012, 12:45 Uhr

Leute, bei aller Wertschätzung Eurer Berichterstattung, doch bei Bankbilanzen heutzutage gilt: you waste your time. sorry.

lichtenberg

01.03.2012, 14:16 Uhr

Außerdem hat diese Ban k solange zugusten des Steuerzahlers zu arbeiten bis sie bei ihm schuldlos ist.

Dann kann sie den Heuschrecken vorgeworfen werden.
Und mit dem Gewinn bauen wir eine Autobahn,
wohin weiß ich auch nicht.
Aber CSU-Politiker wissen alles.

Account gelöscht!

01.03.2012, 14:26 Uhr

Kunststück: Die wertlosen Papiere sind in der Badbank doch ausgelagert.
Wieder einmal eine Halbwahrheit.

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