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07.08.2013

14:08 Uhr

Immobilienkrise

Obama geht erneut gegen Bank of America vor

Obama will mit der Immobilienkrise aufräumen und deshalb Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac abwickeln. Außerdem verklagt die US-Regierung wegen Anlegerbetrugs erneut die BAnk of America.

Obama fordert, dass bei der Immobilienfinanzierung ein neues Kapitel aufgeschlagen und der alten „Mentalität“ ein Ende bereitet werden müsse, die die Immobilienkrise erst ausgelöst habe ap

Obama fordert, dass bei der Immobilienfinanzierung ein neues Kapitel aufgeschlagen und der alten „Mentalität“ ein Ende bereitet werden müsse, die die Immobilienkrise erst ausgelöst habe

PhoenixUS-Präsident Barack Obama will sein Land von den Altlasten der Immobilienkrise befreien und die beiden wichtigen Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac abwickeln. In einer Rede im US-Bundesstaat Arizona forderte Obama am Dienstag einen Mentalitätswechsel bei der Immobilienfinanzierung. Wegen Anlegerbetrugs mit faulen Immobilienkrediten verklagte die US-Regierung zudem erneut die Bank of America (BofA).

Fannie Mae und Freddie Mac hätten „zu lange riesige Gewinne gemacht, indem sie Kredite aufkauften und wussten, dass der Steuerzahler sie stützen würde, wenn ihre Wetten nicht aufgehen“, sagte Obama in Phoenix, der Hauptstadt von Arizona. Der Bundesstaat war besonders betroffen von der US-Immobilienkrise, in der zahlreiche Hauskäufer ihre Kredite nicht mehr bezahlen konnten und viele Häuser zwangsgeräumt wurden.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Obama forderte, bei der Immobilienfinanzierung müsse ein neues Kapitel aufgeschlagen und der alten „Mentalität“ ein Ende bereitet werden, die „dieses Chaos in erster Linie verursacht hat“. Nötig sei „ein Immobiliensystem, das dauerhaft und gerecht ist und das Verantwortung für die kommenden Generationen belohnt“, sagte der Präsident. Private Kreditgeber müssten stärker zur Verantwortung gezogen werden, der Staat solle sich hingegen als Garantiegeber für Immobilienkredite zurückziehen.

Obama sprach sich für eine dauerhafte Garantie eines festen Hypothekensatzes über 30 Jahre aus, um Hauskäufern Sicherheit zu geben. „Das ist etwas, worauf sich Familien verlassen können sollten, wenn sie die wichtigste Anschaffung ihres Lebens tätigen“, sagte der Präsident. Neue Immobilienblasen müssten vermieden werden.

Kommentare (2)

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RumpelstilzchenA

07.08.2013, 19:41 Uhr

Will er Drohnen einsetzen?

rombach

07.08.2013, 20:20 Uhr

Und wer bittet die USA zur Kasse für die dadurch ausgelösten weltweiten Schäden ???
Die USA selbst ist ja auch immer grösszügig im Dimensionieren und Verteilen ihrer penaltys, und wenn sie sich auch nur anseatzweise geschädigt fühlt.
Ob unsere Brüsseler Papiertiger (Zypernenteigner) auch Eier haben, in den USA für Europa Entschädigung einzutreiben?
Oder müssen das die sonst gerne gerupften Banken selbst erledigen?

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