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29.12.2015

18:00 Uhr

Inaktive Bankkonten

Ex-JPMorgan-Banker sollen Tote bestohlen haben

Mehr als 350 Abhebungen von rund 15 Konten: Fast eine halbe Million US-Dollar sollen vier ehemalige Angestellte der US-Großbank JPMorgan Chase von inaktiven Konten gestohlen haben. Einige der Opfer waren Verstorbene.

Wegen ihrer Taten müssen sich die Ex-Banker nun vor Gericht verantworten. Sie dementieren die Vorwürfe. AFP

Verschwörung und schwerer Diebstahl

Wegen ihrer Taten müssen sich die Ex-Banker nun vor Gericht verantworten. Sie dementieren die Vorwürfe.

New YorkManche Banker schrecken nicht einmal davor zurück Tote zu bestehlen. So sind jetzt in New York zwei Männer, die als Bankberater bei JPMorgan Chase & Co. tätig waren, angeklagt, 400.000 Dollar von inaktiven Bankkonten gestohlen zu haben. Mindestens acht der Kontoinhaber waren verstorben.

Jonathan Francis und Dion Allison wurden von der Staatsanwaltschaft in Brooklyn unter anderem der Verschwörung und des schweren Diebstahls angeklagt. Zusammen mit Mitverschwörern hoben sie an Geldautomaten über 350mal Geld von rund 15 Konten ab, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Francis und ein dritter Verdächtiger wurden im Dezember zur Anklage vernommen. Eine vierte Person ist noch auf freiem Fuß. Francis und Allison haben sich laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht schuldig bekannt.

Die großen Rechtsrisiken der Investmentbanken (laut Moody's)

Barclays

Kapitalerhöhung 2008: Es geht um Ungereimtheiten bei der Kapitalerhöhung durch Investoren aus dem Nahen Osten, genauer um die Frage, ob gezahlte Gebühren korrekt veröffentlicht wurden. Altaktionäre blieben bei der Transaktion außen vor. Es ermitteln die britische Finanzaufsicht FCA, US-Justizministerium, SEC, und die britische Behörde für schwere Wirtschaftskriminalität SFO.

Handelssysteme: Hochfrequenzhändler sollen Einblicke in eigentlich anonyme Handelspositionen von anderen Kunden erhalten haben. Es ermitteln die US-Börsenaufsicht SEC und die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft.

HSBC

Geldwäsche: Geldwäsche-Vorwürfe und damit verbundene Sanktionsverstöße hält Moody`s für ein hohes Risiko für das britische Institut.

RBS

Verkauf toxischer US-Hypotheken: Die Royal Bank of Scotland hat dafür bereits 2,5 Milliarden Dollar zurückgelegt, Moody's hält aber eine endgültige Strafzahlung für wahrscheinlich, die „ein Vielfaches“ davon beträgt.

Deutsche Bank

Devisen: Es geht um Kursmanipulationen

Russlandgeschäft: Kunden sollen über die Russland-Tochter der Bank Schwarzgeld gewachsen haben.

Credit Suisse

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

UBS

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Goldman Sachs

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Beide Angeklagten haben laut Staatsanwaltschaft von etwa August 2012 bis Oktober 2013, während sie als Bankberater in einer Filiale von JPMorgan Chase im Viertel Bedford-Stuyvesant in Brooklyn angestellt waren, elektronisch auf inaktive Konten mit hohen Guthaben zugegriffen. Dabei hatten sie Konten im Visier, auf denen außer regelmäßigen Zahlungseingängen des staatlichen Sozialsystems keine Bewegungen stattfanden, so die Ermittler. Um an das Geld zu kommen, erstellten die Täter demzufolge Bankautomatenkarten für die Konten und hoben damit Geld ab.

Einer der Beschuldigten erklärte, er habe die Computer- Zugangscodes anderer Mitarbeiter genutzt, wenn diese nicht an ihrem Platz waren, wie aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft hervorgeht. Außerdem habe er gewusst, dass die Kontoinhaber ältere Personen waren.

JPMorgan Chase werde weiterhin eng mit den Behörden und der Sozialversicherung zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die gestohlenen Gelder den Kunden, ihren Erben oder dem Staat wiedererstattet würden, erklärte Lauren Ryan, eine Sprecherin der Bank.

In diesem Jahr gab es bereits zwei Fälle, in denen ehemalige Angestellte der Bank des Diebstahls angeklagt wurden. Im November räumte Michael Oppenheim, ehemals Broker bei JPMorgan Chase, ein, mehr als 22 Mio. Dollar von den Konten vermögender Kunden gestohlen zu haben. Im April wurde der ehemalige JPMorgan-Mitarbeiter Peter Persaud festgenommen und des Diebstahls von Kundendaten beschuldigt. Laut der Bundesstaatsanwaltschaft in Brooklyn versuchte er, die Daten für Tausende von Dollar weiterzuverkaufen, geriet dabei jedoch an einen Undercover-Informanten. Das Verfahren läuft noch und Persaud hat sich nicht schuldig bekannt.

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