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30.10.2014

16:56 Uhr

Insider berichten

Deutsche Bank berät EZB bei Ankauf von Bonds

Die Deutsche Bank hat offenbar den Zuschlag erhalten, die EZB bei ihrem umstrittenen Ankauf von Bonds zu beraten. Drei weitere Vermögensverwalter sind einem Medienbericht zufolge ebenfalls dabei.

Die Deutsche Bank berät die Europäische Zentralbank. dpa

Die Deutsche Bank berät die Europäische Zentralbank.

FrankfurtDie skandalerschütterte Deutsche Bank hat einen prestigeträchtigen Auftrag an Land gezogen: Insidern zufolge darf sie die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem umstrittenen Ankauf von Kreditverbriefungen beraten. Deutschlands größtes Geldhaus habe als eines von mehreren Instituten den Zuschlag bekommen, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. EZB und Deutsche Bank wollten sich zur Sache nicht äußern.

Die EZB will Ende des Jahres damit beginnen, sogenannte ABS-Papiere aufzukaufen. Damit soll der am Boden liegende Markt für solche Bonds und letztlich auch die maue Konjunktur in der Euro-Zone belebt werden. Denn mit ABS können Geldhäuser Kredit-Risiken bündeln, aus der Bilanz auslagern und am Finanzmarkt handeln. Idealerweise haben sie dann wieder mehr Spielraum, um Darlehen an Unternehmen zu vergeben.

Das Problem dabei: Verbriefungen sind in der Finanzkrise in Verruf geraten und haben sich von diesem lädierten Image gerade in Europa bis heute nicht erholt. Denn insbesondere faule US-Immobilienkredite, die zu undurchsichtigen Wertpapieren gebündelt wurden, galten als Brandbeschleuniger der Krise. Auch viele deutsche Banken haben sich daran die Finger verbrannt.

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Zwar hat die EZB angekündigt, sich auf Papiere mit hoher Qualität zu konzentrieren. Allerdings ist sie unter bestimmten Bedingungen auch bereit, Ramschpapiere aus Griechenland und Zypern aufzukaufen.

Bei der Entwicklung des Ankaufprogramms hatte sich EZB-Chef Mario Draghi die Expertise des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock geholt. Bei der konkreten Umsetzung kommen nun mehrere Finanzinstitute zum Zuge. Neben der Deutschen Bank gehören dazu nach einem Bericht des „manager magazin“ auch der US-Vermögensverwalter State Street, die niederländische Bank ING sowie die Fondsgesellschaft Amundi . Von den Häusern war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Nach Informationen aus Finanzkreisen ist der Entscheidung ein langwieriger Auswahlprozess vorausgegangen. So mussten die Institute umfangreiche Fragebögen ausfüllen. Wieviel Geld der Auftrag abwirft, ist unklar. Im Kern geht es darum, eine Vorauswahl von Papieren zu treffen. Hier kommen renommierte Fondsmanager von Deutsche Bank & Co ins Spiel. Die EZB beharrt aber darauf, dass die Kauf-Entscheidung am Ende bei ihr liegt.

Der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, seit zwei Jahren die größte Baustelle im Konzern, dürfte das Beratermandat aber so oder so neuen Schwung verleihen. Die Sparte wird gerade auf Expansion ausgerichtet und soll viele neue Gelder von privaten und institutionellen Anlegern einsammeln. Ein prominenter Kunde wie die EZB könnte dabei helfen. Und grundsätzlich gilt: Je mehr Provisionen fließen, desto eher lassen sich die hohen Gewinnziele erreichen, die Co-Vorstandschef Anshu Jain vorgegeben hat. Im dritten Quartal hatte die Sparte ihren Gewinn leicht gesteigert.

Draghi hatte unlängst erklärt, sein Ziel sei es, die Bilanz der Notenbank wieder auf das Volumen von Anfang bis Mitte 2012 aufzublähen - das wären etwa eine Billion Euro mehr als derzeit. Dazu sollen die ABS-Käufe und der bereits angelaufene Kauf von Pfandbriefen beitragen. Zur Wiederbelebung ihres Pfandbrief-Ankaufprogramms hatte die Notenbank allein in der ersten Woche 1,7 Milliarden Euro in die Hand genommen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Stephan Fischer

30.10.2014, 19:52 Uhr

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
Zitat Albert Einstein

Herr Manfred Zimmer

31.10.2014, 09:19 Uhr

Wer den Bock zum Gärtner macht, ....

Ausgerechnet ein Institut, das 6.000 Prozesse am Hals hat, das sich Manipulationen anlasten muss, ausgerechnet dieses Institut ist der richtige Berater für GoldmanSachs Mario Draghi.

Wann lernen die Leute 1 und 1 richtig zu addieren?

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