Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.07.2015

07:25 Uhr

Insider berichten

Ein Tag im Leben eines Investment-Bankers

VonPeter Köhler

Wie macht man Karriere im Investmentbanking? Eine Website versucht das anhand Insider-Informationen locker und ironisch aufzubereiten. Heraus kommt ein Leitfaden für angehende Analysten und die Erkenntnis: Zeit ist Geld.

Vielleicht sieht es in den Frankfurter Bankentürmen anders aus, eine Website hat jedoch den klassischen Tag eines Analysten aufgestellt. dapd

Traumjob Investment-Banker?

Vielleicht sieht es in den Frankfurter Bankentürmen anders aus, eine Website hat jedoch den klassischen Tag eines Analysten aufgestellt.

FrankfurtDie Web-Adresse www.mergersandinquisitions.com ist eine Verballhornung des angelsächsischen Mergers and Acquisitions, was auf Deutsch Fusionen und Übernahmen bedeutet. Hier wird gezeigt, wie es im echten Leben zugeht. Das Online-Portal will zeigen, wie man zu einer Karriere im Investmentbanking kommt und wie der Alltag in den verschiedenen Jobs aussieht. Die Seite verzichtet auf Werbung, promotet aber eigene Bücher und Produkte für eine Karriere im Investmentbanking. Viele Artikel und Alltagsszenen sind ohne Datum, weil sie zeitlose Gültigkeit hätten, versichern die Macher. Der Stil ist locker, ironisch und man spürt, dass Insider hier Input liefern.

Ein Tag im Leben eines Analysten in einer Investmentbank

18.30 Uhr am Vorabend: „Schleimer“ kommt vorbei auf seinem Weg nach Hause. Zwar gibt es erst kommenden Freitag ein Kunden-Meeting, aber er will die komplette Präsentation für den Pitch als allererstes am nächsten Morgen sehen. Wirklich anschauen wird er sich die Bewerbung um den Auftrag aber erst im Lauf der nächsten Tage. Ich mache einen schnellen Überschlag: ich habe keine Chance, hier vor vier Uhr morgens rauszukommen.

7.30 Uhr: Ein Associate der Bank ruft an und fragt, wo ich bleibe. Ich soll um 8 Uhr im Büro sein und einen Status-Bericht schicken. Ich bekomme Panik, springe aus dem Bett, dusche eine Minute lang und bin auf dem Weg zur Arbeit.

Weltweite Gebühreneinnahmen im Investmentbanking

2005

70,3 Milliarden Dollar

2006

89,0 Milliarden Dollar

2007

104,3 Milliarden Dollar

2008

67,7 Milliarden Dollar

2009

70,6 Milliarden Dollar

2010

79,3 Milliarden Dollar

2011

77,2 Milliarden Dollar

2012

77,4 Milliarden Dollar

2013

82,6 Milliarden Dollar

2014

83,9 Milliarden Dollar

8.00 – 9.00 Uhr: Der Associate gibt mir eine Version des Status-Berichts mit Korrekturen. Dabei geht es größtenteils um fehlende Kommas, Groß- und Kleinschreibung sowie veränderte Schriftarten. Ich schicke den korrigierten Bericht um 8.55 Uhr an unser Team, um 9 Uhr ist eine Telefonkonferenz angesetzt.

9.00 – 10.00 Uhr: Unser Investmentbanking-Team nennt den Managern die Kaufinteressenten für ihre Gesellschaft und die Zeiten für die Meetings. Ich höre nur halb zu und arbeite an einer Kundenpräsentation für einen Börsengang – Multi-Tasking ist aber einfach, wenn man nur etwas in Excel kopiert und zu Power Point umwandelt.

12.30 Uhr: Wir schicken den Entwurf für die Präsentation des Börsengangs an drei Managing Directors, die sich am nächsten Tag treffen. Es ist die „finale“ Version, was heißt, dass alles noch einmal verworfen und neu erstellt werden muss in den kommenden 24 Stunden.

12:45 Uhr: Einer der Managing Directors ist auf Dienstreise und will ein „Briefing Book“ bekommen über die Firma, um deren Auftrag wir uns bewerben, weil er von ihr absolut nichts weiß. Die Infos mit FedEx zu schicken kommt bei einer Entfernung von 3000 Meilen nicht in Frage, zumal er die Unterlagen „asap“ haben möchte. Also schicken wir dem Knaben eine PDF-Datei.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Markus Tischer

31.07.2015, 10:03 Uhr

Klingt eher nach Praktikant als nach Analyst.

Powerpoint bauen.

Wunderbar. Super Job. Bewegt die Welt.

Account gelöscht!

31.07.2015, 10:06 Uhr

Angemerkt werden sollte allerdings hier auch noch, dass der Beruf des Investmentbankers nur eine begrenzte Lebensarbeitszeit mit sich bringt (vergleichbar in etwa mit Profikickern, die ja auch nicht bis ins Rentenalter gegen den Ball treten).

Mit spätestens Mitte 40 muss man(n) seine Altersvorsorge abgeschlossen haben, um als Privatier das zu tun zu was man(n) Spaß und Lust hat bevor man völlig ausgebrannt und ein seelisches Wrack ist.

Herr J� Jacob

31.07.2015, 10:06 Uhr

Für den schnöden Mammon können die auch was tun.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×