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15.04.2018

20:53 Uhr

Insider

Deutsche Bank berechnet Investmentbanking-Ausstieg

Auf Anweisung der EZB-Bankenaufsicht muss die Deutsche Bank berechnen, was ein Ausstieg aus dem Investmentbanking kostet. Das berichtet ein Insider.

Nicht wenige Analysten und größere Anteilseigner fordern von der Deutschen Bank gezielte Schnitte im Investmentbanking. dpa

Deutsche Bank

Nicht wenige Analysten und größere Anteilseigner fordern von der Deutschen Bank gezielte Schnitte im Investmentbanking.

FrankfurtDie Deutsche Bank muss einem Insider zufolge auf Anweisung der EZB-Bankenaufsicht durchrechnen, was die Abwicklung des Investmentbankings kosten würde. Die Berechnungen liefen schon seit einiger Zeit und stünden nicht im Zusammenhang mit dem Chefwechsel bei Deutschlands größtem Geldhaus, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag.

Die Deutsche Bank solle simulieren, wie sich der Wert des Kapitalmarkt- und Derivategeschäfts entwickelt, wenn sie als zahlungsfähiges Institut das Neugeschäft plötzlich einstellt. Es gehe also nicht um eine Abwicklung im Fall einer Pleite, die deutlich aufwendiger wäre.

Die Deutsche Bank erklärte, sie berechne „für Regulatoren routinemäßig die Konsequenzen einer geordneten Abwicklung von Positionen in unseren Handelsbüchern“. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Laut der „Süddeutschen Zeitung“, die zuerst über die Anweisung der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) berichtete, ist es das erste Mal, dass die Aufsichtsbehörde von eine Großbank eine solche Simulation fordert. Später sollten weitere Geldhäuser folgen.

Nicht wenige Analysten und größere Anteilseigner fordern von der Deutschen Bank gezielte Schnitte im Investmentbanking und den Rückzug aus nicht profitablen Geschäftsfeldern. Das Geldhaus hat in dem Bereich weitere Marktanteile verloren – nicht zuletzt in den USA. Der neue alleinige Investmentbanking-Chef der Bank, Garth Ritchie, erklärte dagegen vor wenigen Tagen, er plane vorerst keine radikalen Schnitte bei der Sparte.

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Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Lothar Bitschnau

16.04.2018, 09:22 Uhr

HB: "Die Deutsche Bank muss einem Insider zufolge auf Anweisung der EZB-Bankenaufsicht durchrechnen, was die Abwicklung des Investmentbankings kosten würde."
Eine schlechte Nachricht, wie üblich und die Bank muß wieder einmal reagieren.
Aber natürlich ist es auch unmöglich, bei einem Unternehmen mit knapp 100.000 Beschäftigten alles optimal zu halten so wie es auch in der kleinsten Zellen oft nicht klappt.
Hinzu kommen die Insider (Verräter) in den Unternehmen und Informanten (Spione) für die andere Seite. Ohne Namen und Legitimation, moralisch verwerflich und rechtlich fragwürdig agierend.

Herr Esboern Schmidt

16.04.2018, 10:07 Uhr

Die Berechnung wird von der Deutschen Betrugsbank sicher so hingedreht, daß es passt, dann kann man ja die 6000 Klagen gegen die D-Bank angehen, bevor die Verantwortlichen wegsterben.

Frau Lana Ebsel

16.04.2018, 10:49 Uhr

Das Problem ist, dass wenn dies Deutsche Bank sich aus dem Investmentbanking zurückzieht, sie nicht mehr vorhanden ist, denn niemand braucht eine weitere Sparkasse.

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