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18.07.2017

17:25 Uhr

Insiderhandel

Kengeter-Verfahren könnte eingestellt werden

Das Ermittlungsverfahren gegen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter wegen Insiderhandels könnte gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt werden. Die Summe der Buße liegt im zweistelligen Millionenbereich.

Für den Chef der Deutschen Börse könnte das Ermittlungsverfahren zum Insiderhandel eingestellt werden. Das Unternehmen müsste aber insgesamt 10,5 Millionen Euro zahlen. AP

Carsten Kengeter

Für den Chef der Deutschen Börse könnte das Ermittlungsverfahren zum Insiderhandel eingestellt werden. Das Unternehmen müsste aber insgesamt 10,5 Millionen Euro zahlen.

FrankfurtDas Insiderverfahren bei der Deutschen Börse könnte gegen Zahlung einer millionenschweren Geldbuße eingestellt werden. Konzernchef Carsten Kengeter selbst käme ohne Auflagen aus dem Verfahren. Eine solche einvernehmliche Beendigung des Verfahrens habe die Staatsanwaltschaft Frankfurt in Aussicht gestellt, teilte die Deutsche Börse am Dienstag mit.

Kengeters Zukunft als Börsenchef gilt als eng verknüpft mit dem Ausgang der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Sein Drei-Jahres-Vertrag, der am 31. März 2018 ausläuft, war vom Aufsichtsrat bislang nicht verlängert worden.

Im Gegenzug müsste der Dax-Konzern zwei Geldbußen in Höhe von 5,5 Millionen Euro sowie 5 Millionen Euro zahlen. Dabei geht es auch um einen möglichen Verstoß gegen gesetzliche Veröffentlichungspflichten im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der - inzwischen gescheiterten - Fusion mit der Londoner Börse LSE.

Der Konzern werde das Anhörungsschreiben der Staatsanwaltschaft nun „pflichtgemäß und unter Abwägung aller relevanten Gesichtspunkte prüfen, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Gesellschaft die gemachten Vorwürfe auch nach Hinzuziehung von Experten weiterhin in jeder Hinsicht für unbegründet hält“, teilte die Deutsche Börse mit.

Gegen Kengeter wird wegen eines Aktiengeschäfts aus dem Dezember 2015 ermittelt: Der Vorwurf ist, dass der Manager bereits zuvor Gespräche über den möglichen Zusammenschluss mit der Londoner Stock Exchange LSE geführt hatte und in diesem Wissen in großem Stil Aktien der Deutschen Börse kaufte.

Kengeter hatte im Rahmen eines vom Aufsichtsrat für ihn maßgeschneiderten Vergütungsprogramms Deutsche-Börse-Anteile im Wert von 4,5 Millionen Euro gekauft, die er nicht vor Ende 2019 veräußern darf. Zehn Wochen später, am 23. Februar 2016, machten Deutsche Börse und LSE die Fusionsgespräche öffentlich. Die Aktienkurse beider Unternehmen legten in der Folge zu.

Gescheitert ist das Projekt am Widerstand der EU-Wettbewerbshüter. Die Deutsche Börse will jetzt im Alleingang durch eine Ausweitung ihrer Geschäfte und kleinere Zukäufe wachsen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Lothar Bitschnau

18.07.2017, 16:22 Uhr

Eine wirklich pikante Angelegenheit für die Staatsanwaltschaft !
Der Börse Chef als oberster Experte darf sich freikaufen vom Thema Insiderhandel.
( wegen Versäumnisse bei Ad-hoc-Pflichten )
Dann braucht sich VW mit Winterkorn nicht fürchten, da sie sozusagen Branchenfremde sind und mit noch mehr Nachsicht rechnen dürfen.

Herr Karl Gross

19.07.2017, 08:11 Uhr

Die Fusion der Deutschen Börse mit der LSE wurde nicht durch Wettbewerbshüter gestoppt. Kengeter hatte sogar das neue Hauptquartier nach London verlegt - trotz des Brexit und während alle anderen Banken aus London Flüchten. Kenegeter ging es scheinbar um die Nähe seiner Familie. Nein. Aktionäre haben den Irrsinn gestoppt und es ist Zeit das der CEO die Verantwortung für die private Bereicherung übernimmt und zurück tritt.

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