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09.01.2012

13:20 Uhr

Insolvenzquote

Lehman-Pleite wird für deutsche Banken weniger teuer

Fast ein Drittel der Gläubiger-Forderungen hat der Insolvenzverwalter der Deutschland-Tochter bereits ausgezahlt. Dazu gehören vor allem die Bundesbank und der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken.

Schriftzug an der Zentrale von Lehman Brothers in New York. dpa

Schriftzug an der Zentrale von Lehman Brothers in New York.

FrankfurtDer Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers wird für die deutschen Banken weniger teuer als befürchtet. Der Insolvenzverwalter der Deutschland-Tochter Lehman Brothers Bankhaus, Michael Frege, hat nach eigenen Angaben schon 31,5 Prozent der anerkannten Forderungen an die Gläubiger ausgezahlt. „Zu Beginn des Verfahrens hatten wir nur mit einer Insolvenzquote von zehn bis 20 Prozent gerechnet“, sagte Frege der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Montag veröffentlichten Interview. Dabei seien die Zuflüsse aus dem bereits im Dezember abgeschlossenen Insolvenzverfahren der Konzern-Mutter in den USA in den Auszahlungen noch gar nicht berücksichtigt. Dieses Geld fließt erst in diesem und im nächsten Jahr.

Die Bundesbank und der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken gehören zu den größten der 500 Gläubiger der Deutschland-Tochter von Lehman Brothers, die 2008 am Gipfel der Finanzkrise zusammengebrochen war. Um die Lehman-Kunden entschädigen zu können, hatte der Einlagensicherungsfonds eine Garantie über 6,3 Milliarden Euro vom Bankenrettungsfonds SoFFin gebraucht, mit der eine Anleihe begeben wurde.

Die Einzahlungen der privaten Banken in den Fonds hätten für die Bewältigung der Milliarden-Pleite nicht gereicht. 1,9 Milliarden Euro davon hat der Fonds drei Jahre später bereits getilgt.

Im November 2010 hatte Anwalt Frege die ersten 17 Prozent an die Gläubiger ausgezahlt, im vergangenen Dezember weitere 14,5 Prozent. Die Einigung auf einen Insolvenzplan in den USA sieht er als Meilenstein. „Die Einheiten von Lehman Brothers waren international sehr ineinander verworben. So führte Lehman fast alle Bankgeschäfte über die deutsche Tochter aus, weil diese eine Banklizenz hatte“, sagte Frege. „Ohne Kompromisse hätte man das gar nicht entzerren können.“ Doch es sei gelungen, strittige Vermögenspositionen zugunsten der deutschen Gläubiger zu regeln. „Wir haben dort beachtliche Erträge erhalten“, sagte Frege.

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