Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2007

15:26 Uhr

Institut legt Latte für Konkurrenz hoch

Geschäft von JP Morgan boomt

Die US-Großbank JP Morgan Chase hat im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres dank eines starken Abschneidens im Investment-Geschäft und Sondereffekten einen weitaus deutlicheren Gewinnschub verbucht als erwartet. Und die Zukunftsaussichten bleiben nach Ansicht von Finanzchef Cavanagh gut.

HB ST. LOUIS. Der Gewinn des Instituts stieg im Schlussquartal um mehr als zwei Drittel. Unter dem Strich wies die drittgrößte Bank des Landes einen Überschuss von 4,5 Mrd. Dollar nach 2,7 Mrd. Dollar im Vorjahr aus, wie das Institut mit Sitz in New York am Mittwoch mitteilte. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 1,26 Dollar (Vorjahr: 0,76 Dollar). Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Zuwachs gerechnet. Ein Ende des Booms von Fusionen und Übernahmen ist nach Einschätzung von JP-Morgan-Finanzchef Mike Cavanagh auch in diesem Jahr nicht in Sicht: „Die Pipeline für Zukäufe ist prall gefüllt“, sagte er in einer Telefonkonferenz.

JP Morgan war im vergangenen Jahr im Investmentbanking von einem Rekordergebnis zum anderen gesprungen. Im vierten Quartal wies die Bank in der Sparte gut eine Milliarde Dollar Nettogewinn aus - über 50 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Einnahmen aus dem Investmentbanking schossen um fast die Hälfte auf 4,72 Mrd. Dollar nach oben. Der Überschuss der Sparte sprang von 667 Mill. auf 1,009 Mrd. Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr kündigte Vorstandschef Jamie Dimon an, weiter Kosten senken zu wollen. Insgesamt nahm das US-Institut im vierten Quartal gut 16 Mrd. Dollar ein nach 14,8 Mrd. Dollar ein Jahr zuvor.

Positiv auf das Ergebnis wirkte sich neben dem Investmentbanking auch der Verkauf des Treuhandgeschäfts der Bank aus, der rund 622 Mill. Dollar in die Kasse spülte, sowie ein einmaliger Steuereffekt. Ohne diese Sondereffekte hätte der Gewinn bei 3,9 Mrd. Dollar oder 1,09 Dollar je Aktie gelegen. Dieser Wert liegt aber immer noch deutlich über den Schätzungen der von Thomson Financial befragten Experten, die im Schnitt von 95 Cent ausgegangen waren.

Für faule Kredite musste JP Morgan in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres dagegen deutlich mehr zurücklegen als ein Jahr zuvor. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft mit Privatkunden erhöhte sich um zwei Drittel auf 262 Mill. Dollar.

JP Morgan war die erste der größeren US-Banken, die ihre Zahlen für das vierte Quartal veröffentlichte. Die Investmentbank Merrill Lynch will ihre Ergebnisse am Donnerstag präsentieren. Die weltgrößte Bank Citigroup folgt am Freitag.

An der Börse haben die Aktien on JP Morgan im vergangenen Jahr gut 20 Prozent an Wert gewonnen. Am Mittwoch lagen die Papiere vorbörslich gut ein Prozent im Plus bei 49 Dollar.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×