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31.01.2005

09:25 Uhr

Institute beteiligen sich an Kapitalerhöhung – Verband schlägt zusätzlich einen Haftungstopf über 500 Millionen Euro vor

Sparkassen greifen NordLB unter die Arme

VonFrank Matthias Drost

Die Norddeutsche Landesbank hat Rückendeckung von ihren Sparkassen für die geplante Kapitalerhöhung in Höhe von 850 Millionen Euro erhalten. „Die Sparkassen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden sich mit 450 Millionen Euro an der Kapitalerhöhung beteiligen“, sagte der Präsident des Sparkassenverbands Niedersachsen (SVN), Thomas Mang, am Freitag nach der Verbandsversammlung in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

BERLIN. Die geplante Kapitalerhöhung ist nötig, weil die Norddeutsche Landesbank (NordLB) über zu wenig Eigenkapital verfügt. Sie musste Ende vergangenen Jahres 713 Millionen Euro an das Land Niedersachsen zurückzahlen. Das Land hatte in den 90er-Jahren Fördervermögen als haftendes Eigenkapital in die NordLB eingebracht. Die EU-Kommission brandmarkte die zu geringe Verzinsung jedoch als verdeckte Beihilfe und verfügte die Millionen-Rückzahlung. Die Eigenkapitalquote rutschte dadurch auf nur noch 5,2 Prozent ab.

Die Sparkassen sind auch zu einer weiteren Hilfe für die Landesbank bereit: „Wir können uns vorstellen, einen zusätzlichen regionalen Haftungstopf von NordLB und Sparkassen aufzubauen“, sagte Mang. Das Volumen bezifferte der Sparkassenpräsident auf 500 Millionen Euro. Eine ähnliche Konstruktion in Nordrhein-Westfalen zwischen Sparkassen und der WestLB hatte zu einem verbesserten Rating der Düsseldorfer Bank geführt.

„Wir zweifeln nicht daran, dass die anderen Träger jetzt auch grünes Licht für eine Kapitalerhöhung geben“, sagte Mang. An der Landesbank sind die Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Sparkassen über ihre Verbände beteiligt. Niedersachsen hat 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt, Sachsen-Anhalt 150 Millionen Euro. Vorab hatten sich die Träger bereits darauf verständigt, dass nach Durchführung sämtlicher Kapitalmaßnahmen die Sparkassenseite und die Länder jeweils 50 Prozent an der Landesbank halten. Zuvor hielten die Sparkassen zusammen 40 Prozent, die Länder 60 Prozent.

Konsens besteht unter den Trägern auch darin, den Anteil des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von zehn Prozent an der NordLB zu übernehmen. Der Wert wird in Sparkassenkreisen auf 70 Millionen bis 90 Millionen Euro taxiert. Details sollen noch geklärt werden.

Die Träger der NordLB verständigten sich auch darauf, stille Einlagen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro in Kernkapital umzuwandeln. Das Land Niedersachsen hält stille Einlagen in Höhe von gut 600 Millionen Euro, der SVN 420 Millionen Euro und 300 ostdeutsche Träger, darunter auch die beteiligten Sparkassenverbände, insgesamt 380 Millionen Euro. Die Umwandlung ist nötig, da sich mit der Kapitalerhöhung allein die Kernkapitalquote der NordLB nicht ausreichend erhöht. Die Ratingagenturen fordern eine Quote von sieben Prozent, damit die NordLB ein A-Rating erhalten kann. Bewerten die Ratingagenturen die Bank mit einer schlechteren Note, erhöhen sich die Refinanzierungskosten für die NordLB. Das wäre ein Nachteil im Wettbewerb mit anderen Banken (siehe „Unter Druck“).

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