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23.12.2014

19:41 Uhr

Interne Ermittlungen

Eigene Angestellte bei RBS im Visier

Wegen des Vorwurfs, Devisenkurs-Manipulationen von Händlern nicht verhindert zu haben, geht die Royal Bank of Scotland gegen Mitarbeiter vor. Auch in Top-Manager soll im Visier der noch andauernden Ermittlungen sein.

Die Royal Bank of Scotland ermittelt nach dem Devisen-Manipulationsskandal intern gegen Mitarbeiter. AFP

Die Royal Bank of Scotland ermittelt nach dem Devisen-Manipulationsskandal intern gegen Mitarbeiter.

LondonNach dem Manipulationsskandal am Devisenmarkt geht die Royal Bank of Scotland (RBS) gegen sechs Beschäftigte vor. Auf sie könnten Disziplinarmaßnahmen zukommen, gab das staatlich kontrollierte Geldhaus am Dienstag bekannt. Drei Angestellte seien derzeit suspendiert. Die internen Ermittlungen sollen im ersten Quartal 2015 abgeschlossen werden.

Das britische Institut hatte eine Untersuchung im Devisengeschäft gestartet, nachdem Aufsichtsbehörden im vergangenen Monat gegen sie und fünf weitere Banken Strafen von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar verhängt hatten. RBS zahlte 634 Millionen Dollar. Den Instituten wurde vorgeworfen, Devisenkurs-Manipulationen von Händlern nicht verhindert zu haben.

Die Deutsche Bank, die im Devisenhandel zu den weltweit größten Adressen zählt, hat sich dem Vergleich nicht angeschlossen. Sie argumentiert, in der Affäre nach bisherigem Kenntnisstand nur eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben.

Die EU-Strafen für die Zins-Manipulation

Citigroup

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 70 Millionen Euro für drei Delikte
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 35, 100 bzw. 40 Prozent)

Deutsche Bank

Strafe für Euro-Zinsmanipulationen: 466 Millionen Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 30 Prozent)

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 259 Millionen Euro für zwei Delikte
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 30 bzw. 35 Prozent)

JP Morgan

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 80 Millionen Euro
(kein gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern)

RBS

Strafe für Euro-Zinsmanipulationen: 131 Millionen Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 50 Prozent)

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 260 Millionen Euro für drei Delikte
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 25 Prozent für ein Vergehen)

RP Martin

Strafe für Yen-Zinsmanipulationen: 247.000 Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 25 Prozent)

RP Martin ist eine Londoner Broker-Firma.

Société Générale

Strafe für Euro-Zinsmanipulationen: 446 Millionen Euro
(gewährter Rabatt wegen Kooperation mit den Ermittlern: 5 Prozent)

Strafbefreit: Barclays

Die Strafe für Euro-Zinsmanipulationen hätte 690 Millionen Euro betragen, Barclays wurde aber für die ursprüngliche Offenlegung des Kartels straffrei gestellt.

Strafbefreit: UBS

Die Strafe für Yen-Zinsmanipulationen hätte 2,5 Milliarden Euro betragen, die Schweizer Grobßank UBS wurde aber für die ursprüngliche Offenlegung des Kartels straffrei gestellt.

RBS prüft nach eigener Auskunft insgesamt das Verhalten von mehr als 50 aktuell beschäftigten sowie früheren Händlern. Sie gehören zu dem Bereich des Investmentbankings, den die Aufseher unter die Lupe genommen haben. Die Bank prüft auch die Rolle hochrangiger Manager des Devisengeschäfts in dem Skandal. Namen nannte RBS nicht.

Von

rtr

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