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16.12.2013

20:22 Uhr

Interne Untersuchung

HSH Nordbank deckt dubiose Aktiengeschäfte auf

ExklusivEin Aktienskandal bahnt sich an. Den Finanzbehörden sollen viele Millionen Euro vorenthalten worden sein. Die HSH Nordbank war bei den sogenannten „Cum-Ex-Geschäften“ offenbar beteiligt – und will Millionen zurücklegen.

HSH-Verwaltungsgebäude in Kiel: Die Landesbank soll an „Cum-Ex-Geschäften“ beteiligt gewesen sein. dpa

HSH-Verwaltungsgebäude in Kiel: Die Landesbank soll an „Cum-Ex-Geschäften“ beteiligt gewesen sein.

FrankfurtDie HSH Nordbank war offenbar jahrelang an dubiosen Aktiengeschäften beteiligt, mit denen der Fiskus um viele Millionen Euro geprellt worden sein soll. Dies sei das Ergebnis einer internen Prüfung der Landesbank, die von der Wirtschaftskanzlei Clifford Chance durchgeführt wurde, heißt es in Finanzkreisen.

Auffällige Geschäfte wurden demnach im Zeitraum 2008 bis 2011 festgestellt. Dabei sollen Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividenden-Bezug über viele Anlaufstellen im In- und Ausland in rascher Abfolge ge- und verkauft worden sein, so dass die Finanzbehörden getäuscht wurden. Die Geschäfte, um die es bei der HSH geht, sind auch bei anderen Banken aufgefallen. Ein HSH-Sprecher wollte keine Stellungnahme abgeben.

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Dem Vernehmen nach will sich der Vorstand der HSH am Dienstag mit den Vorgängen um die „Cum-Ex-Geschäfte“ befassen und eine Risikovorsorge für die Fälle in dreistelliger Millionenhöhe bilden – konkret soll es um 130 Millionen Euro gehen.

Die HSH-Spitze wolle über die Sache pro-aktiv informieren, bevor es zu Nachzahlungen aus Betriebsprüfungen komme, hieß es in Behördenkreisen. Für die HSH kommen die zusätzlichen Rückstellungen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Sie leidet unter der Krise bei Schiffskrediten. Diese Finanzierungen werden im anstehenden Stresstest der Europäischen Zentralbank unter besonderer Beobachtung stehen.

Neben der HSH steht auch die Münchner Hypo-Vereinsbank wegen der umstrittenen Geschäfte im Visier. Bei „Cum-Ex-Geschäften“ nutzten die Banken und deren Kunden eine Gesetzeslücke, die erst 2012 geschlossen wurde. Unter Juristen ist umstritten, ob die Geschäfte zulasten der Staatskasse vorher illegal oder nur unanständig waren. Ein Urteil des Bundesgerichtshof zu dem Thema wird im Frühjahr erwartet.

Kommentare (6)

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16.12.2013, 18:53 Uhr

Wer kann mir bitte, bitte eine Bank nennen, die nachweislich sauer arbeitet? Was sind das für Charaktere, die in den Banken arbeiten?

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16.12.2013, 19:59 Uhr

Sog. " Cum-Ex-Transaktionen " waren im Eigenhandel bei der IB bis zur Gesetzesänderung 2011 an der Tagesordnung. Ich kann mich auch an viele solcher Geschäfte am Prop-Desk erinnern. Daran ist auch überhaupt nix falsch oder fragwürdig. Wer zu doof ist wasserdichte Gesetze zu schreiben, wird halt bestraft. Fertig.

Allerdings, dass so eine drittklassige Klitsche wie die HSH auch da mitgespielt hat, überrascht schon oder eigentlich doch nicht .....

Account gelöscht!

17.12.2013, 08:06 Uhr

ich kann Ihnen zustimmen, nur eines ist noch anzumerken: bestraft wurden eben nicht diejenigen, die diese Gesetze schreiben ließen, bestraft wurde das Volk / die Steuerzahler.

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