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19.01.2006

09:09 Uhr

Interview

Ackermann sagt Ja zu offenen Managergehältern

Josef Ackermann begrüßt das Gesetz zur Offenlegung von Managergehältern – und das, obwohl der Deutsche-Bank-Chef sich selbst Vorwürfen ausgesetzt sieht, zuviel zu verdienen. Politikern würde er höhere Gehälter zahlen.

HB BERLIN. Die Deutsche Bank habe diese Transparenz freiwillig eingeführt, schon bevor es gesetzliche Regelungen gab, sagte Ackermann der „Bild“-Zeitung in einem Interview (Donnerstagausgabe). In der Öffentlichkeit sei es jedoch wichtig, dass unter Gleichheit vor allem Chancengleichheit verstanden werde und nicht Gleichmacherei, sagte Ackermann dem Blatt.

Er verteidigte zugleich die Millionen-Gehälter der Investment-Banker. Ein internationaler Spitzenbanker habe die Verantwortung für Tausende von Menschen und Milliarden von Euro. „Wenn er der absolute Top-Mann ist, dann müssen wir das auch nach den internationalen Maßstäben vergüten, sonst wird er sehr schnell von der Konkurrenz abgeworben“, sagte er.

Dass die Gehälter von Spitzensportlern in der Öffentlichkeit eher akzeptiert werden als die von Managern, erklärte Ackermann mit der Art der Tätigkeit. „Fußballer sind populärer als Banker (...). Wenn Sie einen Freistoß auf 18 Metern direkt verwandeln oder einen Fallrückzieher versenken, wenn Sie als Skifahrer die Abfahrt runterrasen werden Sie allseits bewundert.“ Bei Managern hingegen sei die Leistung nicht unmittelbar sichtbar und damit nicht unmittelbar nachvollziehbar.

Den Politikern billigt Ackermann höhere Gehälter zu, „damit wir auch die Besten für diese Aufgabe finden“. Die jetzige Entlohnung sei zu niedrig, so dass zu wenige Menschen aus der Wirtschaft in die Politik wechselten.

Vergangene Woche hatten Medien berichtet, Ackermann werde wahrscheinlich einen neuen Vertrag bei der Deutschen Bank erhalten. Das Geldhaus lehnte eine Stellungnahme ab. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass Aufsichtsratschef Rolf Breuer bis zur Veröffentlichung der Jahreszahlen 2005 am 2. Februar eine Entscheidung herbeiführen wird. Politiker hatten parteiübergreifend kurz vor Weihnachten den Rücktritt des Schweizers gefordert, nachdem der Bundesgerichtshof auf eine Neuauflage des Mannesmann-Verfahrens entschieden hatte.

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