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23.06.2012

09:10 Uhr

Interview

„Die Herausforderungen sind erheblich“

VonPeter Köhler

Der Partner der Unternehmensberatung Boston Consulting Robert Grübner über Renditen, das negative Image der Investmentbanker und Maßnahmen zur Verbesserung ihres Ansehens.

huGO-BildID: 10392154 Robert Grübner, Leiter Investmentbanking Europa, Boston Consulting Group. Pressefoto

huGO-BildID: 10392154 Robert Grübner, Leiter Investmentbanking Europa, Boston Consulting Group.

Handelsblatt: Was sind derzeit die größten Herausforderungen im Investment-Banking?

Die Herausforderungen im Investmentbanking sind nach wie vor erheblich. Vor allem gilt es, die Geschäftsmodelle auf das durch die verschärfte Regulierung enger gewordene Spielfeld umzustellen - bei gleichzeitigem Druck, neue Ertragsfelder zu erschließen und höhere Preise in einem durch Überkapazitäten geprägten Umfeld durchzusetzen. Darüber hinaus ist nicht zuletzt ein umfassender Kostenabbau einschließlich der Mitarbeitervergütung notwendig sowie eine Art Industrialisierung der Geschäftsabläufe.

Robert Grübner: Welche Rendite kann man zukünftig noch erwarten?

Wir gehen davon aus, dass es in Zukunft nur noch eine Hand voll global bedeutsamer Investmentbanken geben wird. Von diesen Häusern werden sicherlich 15 Prozent Nachsteuerrendite erwartet werden, um die Erwartungen der Kapitalgeber zu erfüllen. Für die erfolgreichen Institute sind solche Erwartungen aber auch erfüllbar.

Hat sich das Image der Investment- banker inzwischen eigentlich gebessert?

Das Image hat vor allem in der breiteren Öffentlichkeit gelitten - bei den wesentlichen großen Firmenkunden und institutionellen Investoren, die Investmentbankern bereits seit langen Jahren mit einer gewissen Grundskepsis begegnen, herrscht weiterhin ein differenziertes Bild vor: die Qualität vieler Top-Banker wird in der Wirtschaft und unter den Anlegern durchaus anerkannt - einzelne Exzesse als solche erkannt und scharf verurteilt.

Was muss getan werden, damit das Ansehen der Investmentbanker wieder steigt?

Das Bild in der breiten Öffentlichkeit hat zunehmend negative Konsequenzen für die Investmentbanken, so ist zum Beispiel immer stärker das Geschäft mit Kunden wie der öffentlichen Hand oder Pensionskassen, die großen Wert auf die Reputation ihrer Partner in der Öffentlichkeit legen, direkt betroffen. Nicht nur aus diesem Grund ist ein neuer Verhaltenskodex für das Investment-Banking dringend erforderlich. Hinzu kommen sollte ein öffentliches Bekenntnis der Brache zu sauberen Geschäftspraktiken, die den Kunden in den Mittelpunkt stellen.

Kommentare (3)

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ratlos

23.06.2012, 09:57 Uhr

Vorsicht! Der Fiskalpakt beschneidet unsere hoheitlichen Rechte! Der viel beachtete Artikel von Heiko Schrang ist ein Aufruf, endlich die Augen zu öffnen. http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/140/der-29062012-wird-das-leben-aller-deutschen-grundlegend-vera.php

Account gelöscht!

23.06.2012, 15:59 Uhr

Was soll denn das bitteschön für ein Verhaltenskodex sein, dass die Investmentbanker auf einmal solide erscheinen lassen soll… und saubere Geschäftspraktiken… na ja, für mich geht das alles irgendwie nicht zusammen. Das ist, als klebe man dem listigen Fuchs lange Hasenohren an, damit man ihn für einen Osterhasen hält.

ex_Kamikaze

23.06.2012, 23:06 Uhr

Das muß man nur in Ruhe lesen...15 % kann niemand erwirtschaften ohne Kollateralschaden. Das ist total unrealistisch und zeigt das die Branche immer noch nicht bereit ist die Realitäten zu akzeptieren.

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