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03.01.2011

06:00 Uhr

Interview

„Die Tür in Amerika ist aufgestoßen“

VonThomas Schmitt

Roland Vogel, Finanzvorstand der Hannover Rück, hofft auf bessere Geschäfte in den USA. Seit 2000 versichern die Hannoveraner Katastrophen von Bermuda aus. Zumindest in Florida räumten die amerikanischen Behörden nun eine große Hürde aus dem Weg.

Die Hannover Rück will zukünftig mehr Geld auf dem US-Markt verdienen. Quelle: dpa

Die Hannover Rück will zukünftig mehr Geld auf dem US-Markt verdienen.

Herr Vogel, Sie betreiben seit 2000 Rückversicherung auch von Bermuda und können von dort aus nun leichter Geschäfte in Florida machen? Was bedeutet es für Sie, dass die Behörden in Florida künftig deutlich weniger Sicherheiten verlangen, wenn sie eine Hurrikan-Police zeichnen?

Roland Vogel: Wir bemühen uns schon lange um Chancengleichheit auf dem amerikanischen Rückversicherungsmarkt, zum Beispiel zusammen mit Lloyd’s of London oder anderen Rückversicherern, die amerikanisches Geschäft aus Europa heraus zeichnen. Während Rückversicherer, die vom Standort USA agieren, von diesen Besicherungspflichten befreit sind, müssen Nicht-US Rückversicherer für ihre Rückversicherungsverträge in den USA zum Teil sehr hohe Sicherheiten stellen, was natürlich Geld kostet. Die amerikanischen Behörden betrachten uns als sogenannte „Alien“ Reinsurer, also als einen Rückversicherer, der aus einer anderen Welt kommt und ihnen offensichtlich ein wenig unheimlich ist.

Können Sie die Kosten beziffern?

Für die Besicherung nutzen wir zum Beispiel Avalkredite (Letter of Credit) oder Wertpapierdepots. Insgesamt haben wir für amerikanische Kunden rund 8 Milliarden Dollar zu stellen. Für die Letter of Credit kostete dies vor der Krise zwischen 0,25 Prozent und 0,3 Prozent. Dies entspricht rund 20 Millionen Dollar. Im Zuge der Finanzkrise haben sich diese Kosten ungefähr verdoppelt.

Was ändert sich denn nun für Sie in dem wichtigen Markt in Florida?

Die Nachricht aus Florida lautet: Die Hannover Rück kann ihr Rückversicherungsgeschäft in der Schaden- und Unfallsparte in Florida unter verbesserten Konditionen zeichnen. Waren für ausländische Rückversicherer die Schadenreserven bislang mit 100 Prozent zu besichern, so sind es für die Hannover Rück und Hannover Re (Bermuda) Ltd. nur noch 20 Prozent. Das war wichtig für uns, weil es ein Signal darstellt für andere Bundesstaaten in den USA. Das Geschäftsvolumen von Gesellschaften aus Florida ist begrenzt, sodass wir derzeit noch relativ wenig sparen. Aber immerhin ist die Entscheidung in Florida ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Auch in Brüssel war das schon ein Thema.

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