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31.07.2016

14:39 Uhr

Interview zum Stresstest

„Die Kuh ist noch nicht vom Eis“

VonMichael Maisch

Der Chef des Bundesverbands Öffentlicher Banken, Gunter Dunkel, wertet die Ergebnisse des Stresstests positiv. Dennoch hätten Europas Banken noch viel Arbeit vor sich - vor allem in Italien.

Der 63-Jährige ist Chef der Norddeutschen Landesbank und leitet den Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB). dpa

Gunter Dunkel

Der 63-Jährige ist Chef der Norddeutschen Landesbank und leitet den Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB).

Herr Dunkel wie bewerten sie die Ergebnisse des Stresstests für die deutschen Banken? Immerhin haben nur irische Institute im härtesten Szenario im Schnitt mehr Kapital verloren, und mit der Deutschen Bank und der Commerzbank finden sich gleich zwei Institute unter den schlechtesten zehn.

Generell können die deutschen Banken  mit den Resultaten des Stresstests zufrieden sein. Ich sehe keinen Grund zur Sorge. Deutschlands Banken arbeiten schon historisch mit etwas geringeren Eigenkapitalquoten als im europäischen Durchschnitt, insofern sind die Ergebnisse nicht überraschend. Insgesamt haben sich die neun getesteten heimischen Institute als robust und widerstandsfähig erwiesen.

Einige Experten fordern aber bereits eine Rekapitalisierung von Deutscher Bank und Commerzbank, zu recht?

Aus dem Stresstest lässt sich sicherlich kein direkter Bedarf an Kapitalmaßnahmen ableiten. Gute Bankvorstände arbeiten heute ohnehin permanent am Kapitalmanagement. Die Kernkapitalquote lässt sich ja nicht nur durch eine Erhöhung des Zählers, des Kapitals, sondern auch durch eine Verkleinerung des Nenners, also der risikogewichteten Aktiva, stärken.

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Wird der Test nun das Vertrauen in die deutschen Banken stärken?

Ja, und nach 2014 insbesondere erneut  in die Landesbanken. Viele der Institute mussten nach der Finanzkrise ihr Geschäftsmodell neu ausrichten. Jetzt zeigt sich, dass diese Modelle robuster sind, als einige schon im Vorfeld des letzten Stresstests dachten.

Einer der vielen Kritikpunkte am Stresstest war, dass die Behörden kein langanhaltendes Niedrigzinsszenario unterstellten, obwohl das eines der größten Risiken für viele Banken ist.

Um ehrlich zu sein, habe ich diese Kritik nie wirklich verstanden. Der Druck aus den Niedrigzinsen baut sich über vier, fünf oder sechs Jahre auf. Also über einen längeren Zeitraum als die drei Jahre von 2015 bis 2018, die der Stresstest abbildet. Außerdem geht es ja darum, einen plötzlichen Schock abzubilden, während die Niedrigzinsen eine bekannte Gefahr sind, auf die sich alle Banken seit Langem einstellen könnten.

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