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04.02.2015

13:05 Uhr

Investitionsprogramm der EU

KfW-Fördergelder auf Rekordhoch

Die Förderbank KfW pumpt Milliarden in Europas Wirtschaft – und es sollen noch mehr werden. Das staatliche Institut will beim neuen EU-Fonds kräftig mitmischen. Sorgen machen aber Geschäftsbanken und das Inlandsgeschäft.

Die KfW will sich mit rund acht Milliarden Euro an der Investitionsoffensive der EU-Kommission beteiligen. obs

Mehr Fördergelder

Die KfW will sich mit rund acht Milliarden Euro an der Investitionsoffensive der EU-Kommission beteiligen.

Frankfurt/MainDie staatliche Förderbank KfW will sich in den nächsten zwei Jahren verstärkt in Europa engagieren. An der Investitionsoffensive der EU-Kommission werde sich die KfW mit rund acht Milliarden Euro beteiligen, kündigte Vorstandschef Ulrich Schröder am Mittwoch in Frankfurt an.

Darunter fallen nach seinen Worten bis 2017 unter anderem Globaldarlehen an europäische Förderbanken, Verbriefungsaktivitäten und Projektfinanzierungen. „Deutschland und Europa stehen weiter vor großen Herausforderungen“, erklärte Schröder. Förderbanken wie die KfW nähmen im Rahmen des sogenannten „Juncker-Plans“, benannt nach dem neuen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, eine bedeutende Rolle ein.

Juncker will mindestens 315 Milliarden Euro in die Hand nehmen, um mit Investitionen etwa in Infrastrukturprojekte die wirtschaftliche Entwicklung in den darbenden Volkswirtschaften der EU anzuschieben. Dazu soll ein Fonds für strategische Investitionen (EFSI) aufgebaut werden und voraussichtlich im Sommer an den Start gehen.

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Viele Details der Förderung sind allerdings noch offen. Auch Schröder betonte, die genannten Zahlen seien im Moment noch mit vielen Annahmen behaftet. Dabei müsste es jetzt eigentlich möglichst schnell losgehen und die Bürokratie in Zaum gehalten werden.

Die KfW werde ihrerseits sehr genau auf die Risiken schauen und entsprechend abwägen. „Wir machen das, was wir bankmäßig vertreten können.“ Im Verbriefungsmarkt etwa habe die KfW eine langjährige Expertise und wolle diese bei der Strukturierung von Transaktionen auch einbringen.

Mit dem Bund im Rücken – das Institut gehört dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) – kann sich die KfW ausgesprochen günstig refinanzieren und ist deshalb als Förderer etwa für den deutschen Mittelstand gefragt. Die Nachfrage sei im Inland aber rückläufig, während das internationale Geschäft weiter wachse.

Insgesamt kam die KfW im abgelaufenen Jahr auf ein Fördervolumen von 74,1 (2013: 72,5) Milliarden Euro. Einen höheren Wert hatte es nach der Finanzkrise 2007/2008 nur im Jahr 2010 gegeben. Damals hatte ein Sonderprogramm zur Stimulierung der Konjunktur das Fördervolumen auf den Rekordwert von 81,4 Milliarden Euro getrieben.

Fast 48 Milliarden davon entfielen auf Deutschland. Dass dieser Wert unter dem Vorjahresniveau (51,6 Milliarden Euro) blieb, erklärte die KfW vor allem mit der verhaltenen Kreditnachfrage aus dem Mittelstand: Unternehmer hielten sich zurück – entweder, weil sie Investitionen aus der eigenen Kasse bezahlen konnten, oder weil sie diese aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage aufschoben.

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