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16.12.2011

11:44 Uhr

Investment-Banking

Deutsche Bank bleibt Spitze

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Beim Investment-Banking ist die Deutsche Bank die Top-Adresse in Deutschland. Davon profitiert womöglich besonders Stephan Leithner. Der Leiter der Sparte könnte in den Vorstand aufrücken.

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Die Investment-Sparte des Geldhauses bleibt spitze. dapd

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Die Investment-Sparte des Geldhauses bleibt spitze.

FrankfurtVon Krise keine Spur. Das Geschäft der Investmentbanken in Deutschland läuft rund, fast so, als ob es das Desaster mit den Staatsschulden in Europa nicht geben würde. Das gilt vor allem für ein Geldhaus und für einen Bankmanager: die Deutsche Bank und ihren Investment-Banking-Chef Stephan Leithner. Die Bank bleibt die Nummer eins im Heimatmarkt. Sie verdient bei Fusionen und Übernahmen (M&A), Aktien- und Anleiheemissionen sowie Krediten, die syndiziert werden, mit Abstand das meiste Geld. Und davon profitiert besonders Leithner, der auch für das weltweite Firmenkundengeschäft zuständig ist.

Mit dem neuerlichen Erfolg im Rücken hat der Österreicher beste Chancen, die Nachfolge von Jürgen Fitschen anzutreten, der bei der Deutschen Bank zusammen mit dem Investmentbanker Anshu Jain das Erbe von Josef Ackermann an der Konzernspitze antritt.

Die führenden Banken bei Fusionen und Übernahmen

Platz 1

Bei den Fusionen und Übernahmen erobert Goldman Sachs die Spitzenpositionen mit einem Volumen von 27,57 Milliarden Dollar im Jahr 2011. Im Vorjahr stand das Unternehmen noch an Platz 2.

Platz 2

Mit Platz zwei im Jahr 2011 kann die Deutsche Bank nicht ganz zufrieden sein, war sie doch im Vorjahr noch an vorderster Stelle. Insgesamt liegt das Volumen der Fusionen und Übernahmen bei 22,79 Milliarden Dollar.

Platz 3

Deutliche Sprünge nach vorne macht dagegen JP Morgan. Mit einem Volumen von 15,03 Milliarden Dollar klettert die Bank von Platz 8 auf Platz 3.

Platz 4

Noch deutlicher sind die Verbesserungen bei der Bank of America. Mit einem Volumen von 14,44 Milliarden Dollar landet sie auf dem 4. Platz - im Vorjahr war es noch der 25.

Platz 5

Die Credit Suisse erreichte durch Fusionen und Übernahmen ein Volumen von 13,96 Milliarden Dollar im Jahr 2011 und verbesserte sich damit im Ranking um vier Plätze.

Platz 6

Mit einem Volumen von 12,92 Milliarden Dollar landet Morgan Stanley auf Platz 6 im vergangenen Jahr. Im Jahr davor hatte die Bank noch den 3. Platz inne.

Platz 7

Mit einem Volumen von 11,56 Milliarden Dollar bleibt die Position von Lazard im Vergleich zum Jahr 2010 unverändert.

Platz 8

Die Blackstone Group schaffte es mit einem Volumen von 8,43 Milliarden Dollar auf Platz 8.

Platz 9

Barclays Capital schafft es mit einem Volumen von 7,01 Milliarden Dollar auf Platz 9 im Jahr 2011 und verbessert sich damit um zwei Plätze.

Platz 10

Auf den letzten Platz der Top Ten schafft es Guggenheim Securities. Das Unternehmen schaffte durch Fusionen und Übernahmen ein Volumen von 6,87 Milliarden Dollar.

Der ehemalige McKinsey-Mann macht – anders als viele Investmentbanker – wenig Aufhebens um seine Person. Er besticht lieber durch Leistung, so wie auch in diesem Jahr. Nicht nur, dass Investmentbanker dem Kollegen „eine glänzende Zukunft“ voraussagen, er hat die Deutsche Bank im Geschäft mit Firmenkunden auch weltweit unter die ersten fünf Adressen gebracht.

In Deutschland kassiert die Deutsche Bank Provisionen über gut 254 Millionen Dollar in diesem Jahr, wie das Finanzanalysehaus Thomsons Reuters exklusiv für das Handelsblatt errechnet hat. Das sind umgerechnet etwa 193 Millionen Euro. Damit nimmt das Institut rund ein Viertel mehr ein als im vergangenen Jahr und baut zugleich seinen Anteil an den gesamten Gebühreneinnahmen um einen knappen Prozentpunkt auf 10,6 Prozent aus.

Engster Verfolger war und bleibt die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs, die wieder auf Platz zwei rangiert und immerhin noch einen Anteil von acht Prozent an den Provisionen hat. Der Gebührenpool beläuft sich insgesamt auf 2,4 Milliarden Dollar und ist damit um sieben Prozent angestiegen. Das hängt auch damit zusammen, dass gerade in den ersten drei Quartalen mehr Kredite vergeben wurden, die später kleinteilig von den Banken an Investoren weiterverkauft werden.

Kommentare (4)

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Spitze-des-Eisbergs

16.12.2011, 13:22 Uhr

Prima. Dann kann die Dt. Bank ja beginnen, ihre Verbindlichkeiten abzubauen. Laut Quartalsbericht Q3 hat die Dt. Bank Schulden in der Höhe von 2229 Mrd. Euro. Das ist in etwa soviel wie die Staatsverschuldung von Italien und Griechenland zusammen. Das eher kümmerliche Eigenkapital der Dt.Bank liegt bei rund einem Vierzigstel der Verbindlichkeiten.... Das Risiko derart irrwitziger Bilanzriesenräder auf Pump trägt der Steuerzahler. Bei ihm liegt es, im Krisenfall alle Subventionsfelder durchzusubventionieren.

Spitze-des-Eisbergs

16.12.2011, 13:22 Uhr

Prima. Dann kann die Dt. Bank ja beginnen, ihre Verbindlichkeiten abzubauen. Laut Quartalsbericht Q3 hat die Dt. Bank Schulden in der Höhe von 2229 Mrd. Euro. Das ist in etwa soviel wie die Staatsverschuldung von Italien und Griechenland zusammen. Das eher kümmerliche Eigenkapital der Dt.Bank liegt bei rund einem Vierzigstel der Verbindlichkeiten.... Das Risiko derart irrwitziger Bilanzriesenräder auf Pump trägt der Steuerzahler. Bei ihm liegt es, im Krisenfall alle Subventionsfelder durchzusubventionieren.

MW65719

19.12.2011, 16:48 Uhr

An die Spitze des Eisbergs:
Dawürde sich das Großmütterchen aber wundern, wenn die Deutsche Bank ihr auf einmal sagen würde: Hier hast Du Deine Spareinlagen zurück, wir tilgen gerade unsere "Schulden"...
Sie Schlaumeier, die "Schulden" der Banken sind (zu großen Teilen) die Einlagen ihrer Kunden. Spareinlagen aber auch simple Giroguthaben.
Das Risiko bei Banken liegt aber großteils bei den "Anlagen" der Banken, nämlich ausgereichten Krediten etc.
Genau deshalb wir ja auch das Verhältnis des Eigenkapitals zu den sogenannten "risikogewichteten Aktiva" betrachtet (wo demnächst von der Bankenaufsicht die 9% verlangt werden) und nicht das Verhältnis zu den Passiva.

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