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23.06.2012

09:10 Uhr

Investment-Banking

Die neue harte Realität der Banken

VonRolf Benders, Peter Köhler, Robert Landgraf, Michael Maisch

Die Umsätze und Einnahmen des weltweiten Investment-Banking sinken in einem atemberaubenden Tempo. Die Bankmanager sprechen von einer Krise. Doch sie streuen sich damit nur selbst Sand in die Augen.

Frankfurter Bankenviertel. dpa

Frankfurter Bankenviertel.

Gerade erst im Amt, alarmierte Anshu Jain die gesamte Branche mit einem düsteren Szenario. "Wir erleben derzeit die größte Bankenkrise seit den 30er-Jahren, vielleicht sogar die größte in der Geschichte überhaupt", sagte der neue Co-Chef der Deutschen Bank jüngst bei seinem ersten öffentlichen Auftritt mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin.

Wie zur Bestätigung von Jains Pessimismus fallen die Zahlen über das globale Investment-Banking-Geschäft aus, die der Finanzdatenanbieter Thomson Reuters jetzt errechnet hat. Im ersten Halbjahr brach das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) weltweit um 25 Prozent auf nur noch eine Billion Dollar ein. Noch schlechter lief das globale Geschäft mit Börsengängen (IPO). Obwohl das soziale Netzwerk Facebook im Mai für 16 Milliarden Dollar Aktien an der Börse platzierte - die mit Abstand größte Emission des ersten Halbjahres -, verringerte sich das IPO-Geschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf nur noch 1,8 Billionen Dollar, wie der Datenanbieter Dealogic bekanntgab.

Führende Banken: Aktienemissionen

Platz 1

Auch bei den Aktienemissionen ist die Deutsche Bank spitze: Das Volumen betrug 1739 Millionen Dollar.

Platz 2

Der ehemalige Spitzenreiter Goldman Sachs rutscht mit einem Volumen von 1508 Millionen Dollar auf den zweiten Platz.

Platz 3

JP Morgan behält mit einem Volumen von 1187 Millionen Dollar seinen dritten Rang.

Platz 4

Barclays schraubt sich mit einem Volumen von 951 Millionen Dollar auf den vierten Platz (zuvor Platz 12).

Platz 5

Auch Credit Suisse macht einen Sprung nach oben: Die Bank schiebt sich mit einem Volumen von 750 Millionen Dollar von Platz 9 auf Platz 5.

Platz 6

Societe Generale belegt den sechsten Platz mit einem Volumen von 437 Millionen Dollar.

Platz 7

Die Commerzbank hüpft vom sechzehnten auf den siebten Platz. Das Volumen: 373 Millionen Dollar.

Platz 8

Unicredit zieht mit einem Volumen von 320 Millionen Dollar wieder in die Top Ten ein.

Platz 9

Der neunte Rang ist für Morgan Stanley mit einem Volumen von 290 Millionen Dollar reserviert.

Platz 10

Die Bank of America Merrill belegt den zehnten Platz mit einem Volumen von 275 Millionen Dollar.

In der Königsdisziplin des Investment-Bankings, dem M&A-Geschäft, fiel der Einbruch vor allem in den USA drastisch aus. Auf dem traditionell wichtigsten Markt sanken die Einnahmen um 44 Prozent auf knapp 300 Milliarden Dollar. Das ist das schwächste Halbjahr seit 2003. Auch die größte Übernahme ereignete sich diesmal nicht in den USA, sondern in der Schweiz. Der Rohstoffhändler Glencore kaufte Anfang Februar den Konkurrenten Xstrata für fast 49 Milliarden Dollar.

Hierzulande kassierte die Deutsche Bank im M&A-Geschäft in den ersten sechs Monaten lediglich Provisionen von gut 100 Millionen Dollar, wie Thomson Reuters für das Handelsblatt errechnete. Das waren fast 37 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Führende Banken: Anleihe-Emissionen

Platz 1

Bei den Anleiheemissionen verdrängt Unicredit die Deutsche Bank mit einem Volumen von 18,98 Milliarden Dollar vom Thron.

Platz 2

Die Deutsche Bank erreicht ein Volumen von 17,96 Milliarden Dollar.

Platz 3

HSBC verharrt auf dem dritten Platz mit einem Volumen von 17,03 Milliarden Dollar.

Platz 4

Barclays macht einen Platz gut und belegt mit einem Volumen von 13,17 Milliarden Euro den vierten Platz.

Platz 5

JP Morgan hat mit Barclays den Platz getauscht. Das Volumen: 11,31 Milliarden Dollar.

Platz 6

Die DZ Bank kommt mit einem Volumen von 11,09 Milliarden Dollar auf den sechsten Rang.

Platz 7

Die Commerzbank verschlechtert sich um einen Platz. Das Volumen: 10,39 Milliarden Dollar.

Platz 8

Auch Goldman Sachs ist in den Top Ten wieder vertreten. Das Volumen betrug 10,36 Milliarden Dollar.

Platz 9

LBBW kann ein Volumen von 10,23 Milliarden Dollar vorweisen. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 10

Die Citi belegt mit einem Volumen von 8,45 Milliarden Dollar den zehnten Platz.

Kommentare (33)

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Ohweiohweiohwei

23.06.2012, 10:24 Uhr

Die Buerger haben zu Recht das Vertrauen der Banken verloren, ziehen ihr Vermoegen ab und investieren es in sichere Sachwerte. Und die Marionetten, die sich Politiker nennen aber nur das Sprachrohr von konkursverschleppenden Banken sind, schauen wie immer, bloed aus der Waesche.

Account gelöscht!

23.06.2012, 10:38 Uhr

Mehr Geld zu machen ohne produktive Arbeit zu leisten ist eben nur zeitweise möglich. Dauerhaft kann dies nicht gut gehen.

Bernd

23.06.2012, 10:50 Uhr

Die Bankster sind vom Dienstleister für den "Kunde König" zu deren Herren geworden. Das weltweite Finanzsystem ist verlogen,korrupt und auf Ausbeutung der Menschen ausgelegt.
Und diese schlafen ihren sorlos, naiven Schlaf und lassen es zu.
Ebenso die Politiker sollten ihr Volk vertreten.
Stattdessen TRETEN sie es und verraten und verkaufen es.
Und die naiven Menschen lassen es zu.
Die reichsten Familien der Erde wollen die weltweite Macht und ziehen die Fäden im Hintergrund.
Und die naiven Menschen schlafen und lassen es zu.......

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