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07.01.2013

11:58 Uhr

Investment-Banking

Wenn aus Rohstoff-Händlern Bäcker werden

Finanzhändler sind zwar gut bezahlt, aber auch großem Stress und hohem Druck ausgesetzt. Manch einen zieht es hin zu anderen Aufgaben – und er backt kleinere Brötchen. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen.

Händler in London: Gut bezahlter, aber stressvoller Job. Reuters

Händler in London: Gut bezahlter, aber stressvoller Job.

LondonManche Händler in der Finanzwelt träumen davon, ihre Brötchen einmal auf andere Art und Weise zu verdienen. Für einige von ihnen wird der Traum Wirklichkeit, mehr oder weniger im wahrsten Sinne des Wortes.

Etwa für Tom Molnar. Der 46-Jährige war einst im Energiehandel von Cargill angestellt. Das US-Unternehmen produziert und vermarktet Nahrungsmittel, bietet aber auch Finanzdienstleistungen an. Dann half Molnar beim Aufbau der Bäckerei-Kette Gail's Artisan Bakery. Stephen Harrington, der im Bereich Fremdwährungen bei Trade Development Bank arbeitete, ging es etwas langsamer an – er gründete eine Backschule in seiner Londoner Wohnung.

Marktanteile der Investmentbanken - Fusionen & Übernahmen mit europäischer Beteiligung

Goldman Sachs

Rang 1 (Vorjahr: 1)

331,1 Milliarden Dollar

172 Transaktionen

Deutsche Bank

Rang 2 (Vorjahr: 2)

260,6 Milliarden Dollar

136 Transaktionen

Morgan Stanley

Rang 3 (Vorjahr: 3)

260 Milliarden Dollar

145 Transaktionen

Barclays

Rang 4 (Vorjahr: 6)

215,7 Milliarden Dollar

90 Transaktionen

JP Morgan

Rang 5 (Vorjahr: 4)

195,9 Milliarden Dollar

133 Transaktionen

Citi

Rang 6 (Vorjahr: 7)

195,5 Milliarden Dollar

110 Transaktionen

Bank of America/Merrill Lynch

Rang 7 (Vorjahr: 10)

175,6 Milliarden Dollar

91 Transaktionen

Credit Suisse

Rang 8 (Vorjahr: 5)

159,4 Milliarden Dollar

107 Transaktionen

Rothschild

Rang 9 (Vorjahr: 9)

146,9 Milliarden Dollar

217 Transaktionen

Lazard

Rang 10 (Vorjahr: 13)

137,5 Milliarden Dollar

126 Transaktionen

Quelle

Thomson Reuters, ausgewerteter Zeitraum: 1. Januar bis 18. Dezember 2012

Ruhiger wurde die Arbeit für Molnar mit seinem Wechsel jedoch nicht. „Als ich im Handel begann, hatte ich eine Menge Stress. Und mit diesem neuen Projekt ist es auch sehr stressig“, erklärt Molnar in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg News. „Im Handel wurden die Dinge hin und wieder recht esoterisch. Manchmal wurde alles so groß, dass man es nicht mehr greifen konnte. Jetzt habe ich jeden Tag mit der einfachen Herstellung eines Produktes zu tun - von Mehl hin zu einem Laib Brot.“

Molnar lebt in Camden, zusammen mit seiner italienischen Ehefrau und ihren Kindern. Er wurde im amerikanischen Bundesstaat Maryland geboren. Als Kind träumte er davon, eines Tages bei einer Fischfarm zu arbeiten. Um seinem Traum näher zu kommen studierte er Wasser-Ökologie und unternahm tropische Forschungsprojekte in Costa Rica und in Jamaika. Doch der Traum blieb nur ein Traum. Nach dem Ausflug in die Wasserwelt fing er bei Cargill in Boston, Houston und Genf an.

Vor mehr als acht Jahren kam dann der große Schwenk zum Bäcker. „Ich wollte etwas anderes machen“, erzählt Molnar. „Ein Freund von mir und ich fanden es sehr frustrierend, dass es in London einfach kein gutes Brot gibt. Also trafen wir uns mit den besten zwei, drei Bäckern in London - und Gail (Stephens) war unter ihnen.“

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