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27.10.2016

19:26 Uhr

Investmentbanken

So feuert Goldman Sachs seine Leute

US-Banken gelten nicht gerade als zimperlich, wenn es darum geht, Mitarbeiter zu entlassen. Das ist auch beim Branchenriesen Goldman Sachs nicht anders. Es gibt einen einzigen Unterschied zur Konkurrenz.

„Alles, was Goldman macht, wird unter die Lupe genommen.“ dpa

Goldman-Sachs-Logo

„Alles, was Goldman macht, wird unter die Lupe genommen.“

New YorkDie erste Benachrichtigung über „Betriebsentlassungen“ kam im Februar: 43 Mitarbeiter würden ihren Arbeitsplatz verlieren. Die zweite folgte sechs Wochen später, wodurch die Anzahl der Stellenstreichungen auf 109 stieg. Dann eine dritte im April für 146 weitere. Und eine vierte im Juni, dieses Mal traf es 98 Jobs. Drei zusätzliche Mitteilungen liefen danach noch auf, darunter für 20 Mitarbeiter in der Mitte Oktober.

Der Betrieb, um den es hier geht: Goldman Sachs Group.

So wie alle Unternehmen im US-Bundesstaat New York muss die Bank derartige Mitteilungen bei den Behörden einreichen, wenn sie sich von einer großen Anzahl an Mitarbeitern trennen will und dies im Rahmen einer Betriebsschließung erfolgt oder bei „Massenentlassungen“ von 250 oder mehr Personen. Arbeitgeber sind unter bestimmten Bedingungen auch dazu verpflichtet, den Staat über kleinere Entlassungen in Kenntnis zu setzen. 

US-Investmentbanken: Händler gefeuert – Gewinne gestiegen

US-Investmentbanken

Händler gefeuert – Gewinne gestiegen

Seit der Finanzkrise haben viele Händler und Verkäufer an der Wall Street ihren Job verloren. Die zehn größten Firmen haben in den letzten sieben Jahren mehr als 5.000 Stellen gestrichen. Trotzdem läuft das Geschäft.

Goldman berief sich in jedem der Fälle auf eine betriebsbedingte Kündigungswelle. Mit der letzten Runde aus der vergangenen Woche ist die Anzahl der Streichungen in diesem Jahr auf mittlerweile 443 angestiegen.

Mit den insgesamt sieben Mitteilungen seit Jahresstart hat die Bank also Pläne für die Entlassung von Hunderten Mitarbeitern in New York signalisiert, ohne eine schlagzeilenträchtige Zahl zum gesamten Jobabbau zu kommunizieren. Schon jetzt sind die Entlassungen so umfangreich wie seit 2008 nicht mehr.

Der Ansatz des Unternehmens unterscheidet sich von jenem der Wettbewerber wie etwa Morgan Stanley. Diese hatten in der Vergangenheit große Streichungen auf einen Schlag bevorzugt.

Die größten Investmentbanken der Welt

Zur Analyse

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen im ersten Halbjahr 2016 laut Thomson Reuters die Umsätze von Investmentbanken mit Börsengängen, M&A-Beratung sowie neu begebenen Anleihen und Krediten um mehr als 23 Prozent zurück.

Platz 10

RBC Capital Markets

Einnahmen: 757 Millionen Dollar

Rückgang: 32,6 Prozent

Platz 9

Wells Fargo

Einnahmen: 891 Millionen US-Dollar

Rückgang: 28,9 Prozent

Platz 8

Deutsche Bank

Einnahmen: 1,269 Milliarden Dollar

Rückgang: 34,4 Prozent

Platz 7

Credit Suisse

Einnahmen: 1,309 Milliarden Dollar

Rückgang: 25,0 Prozent

Platz 6

Barclays

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,0 Prozent

Platz 5

Citibank

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 20,3 Prozent

Platz 4

Morgan Stanley

Einnahmen: 2,058 Milliarden Dollar

Rückgang: 26,8 Prozent

Platz 3

Bank of America Merrill Lynch

Einnahmen: 2,127 Milliarden Dollar

Rückgang: 23,8 Prozent

Platz 2

Goldman Sachs

Einnahmen: 2,396 Milliarden Dollar

Rückgang: 30,3 Prozent

Platz 1

JP Morgan

Einnahmen: 2,598 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,6 Prozent

„Bei großen Zahlen kommen die Leute gleich auf die Idee, dass bei dem Unternehmen etwas passiert – das ist etwas Negatives“, meint Jeanne Branthover vom New Yorker Personalberater DHR International. „Hier läuft das eher ab wie ’Wir haben Entlassungen und wir wollen das nicht erklären’. Das geschieht mehr unterhalb des Radarschirms.“

Kommentare (1)

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Herr chris schnitzler

28.10.2016, 14:12 Uhr

Goldman Sachs als Hauptverantwortliche der griechischen Finanzkrise kauft EU Spitzenpolitiker für Ihre Geschäfte ein, finanziert Lobbyarbeit nach Kräften und da wundert sich noch einer wie die mit Angestellten umgehen?
der Laden gehört angezeigt und geschlossen und der gesamte Bankvorstand hinter Gitter wie bei der HSH Nordbank.

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