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20.07.2015

15:24 Uhr

Investmentbanking

Asiengeschäft wird für Investmentbanken immer teurer

Global aufgestellte Investmentbanken kommen um den asiatischen Markt nicht herum. Doch das Geschäft in Fernost wird immer kostspieliger. Regulatorische Änderungen treiben die Kosten für Deutsche Bank & Co. nach oben.

Regulatorische Änderungen machen das Asiengeschäft vieler Investmentbanken zu einem kostspieligen Abenteuer. dpa

Banktürme in Singapur

Regulatorische Änderungen machen das Asiengeschäft vieler Investmentbanken zu einem kostspieligen Abenteuer.

Die global tätigen Investmentbanken müssen sich darauf einstellen, dass es teurer wird, Vermögen in Asien anzuzapfen. Regulatorische Änderungen werden nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Oliver Wyman den Zugang zu den Inlandsmärkten der Region erschweren.

Die taiwanesische Finanzaufsicht hat den lokalen Niederlassungen von BNP Paribas und Deutsche Bank im Juni Bußen auferlegt, weil sie für inländische Kunden durch nicht autorisierte ausländische Mitarbeiter Finanzdienstleistungen erbracht haben. Société Générale teilte in der vergangenen Woche mit, sie habe die Organisation umgestellt, so dass in Asien Geschäftsstrategien lokal festgelegt werden, statt regional über Produkte.

Asien bleibe „eine Herausforderung für viele global tätige Investmentbanken, da sich die Ertragspools ins Inland verlagern und die Kosten für den Zugang zu diesen Märkten steigen“, sagte der Leiter des Bereichs Global Corporate & Institutional Banking bei Oliver Wyman in London. „Globale Banken müssen sich zunehmend an die Vorschriften für Kapital, Liquidität und andere regulatorische Vorgaben vor Ort anpassen, was typischerweise dazu führt, dass sie sich auf weniger Märkte konzentrieren.“

Paul McSheaffrey, Leiter des Bankenbereichs Hongkong bei KPMG China, geht davon aus, dass die Notwendigkeit einer Präsenz vor Ort, die Banken dazu zwingen wird, selektiver und kostenbewusster zu werden, wenn es um den Eintritt in einen Markt geht. Das bedeute jedoch nicht, dass regionale Bankenzentren wie Hongkong oder Singapur ersetzt werden könnten.

Die größten Investmentbanken der Welt

Platz 10

UBS Investment Bank
Volumen: 245,4 Milliarden Dollar*

*Wert der betreuten M&A-Deals, Stand: 2014

Quelle: Statista

Platz 9

Credit Suisse
Volumen: 365,6 Milliarden Dollar

Platz 8

Deutsche Bank
Volumen: 440,9 Milliarden Dollar

Platz 7

Lazard
Volumen: 470,5 Milliarden Dollar

Platz 6

Barclays
Volumen: 528,9 Milliarden Dollar

Platz 5

Citigroup
Volumen: 619,5 Milliarden Dollar

Platz 4

Bank of America/Merrill Lynch
Volumen: 647,4 Milliarden Dollar

Platz 3

Morgan Stanley
Volumen: 693,8 Milliarden Dollar

Platz 2

JP Morgan
Volumen: 697,9 Milliarden Dollar

Platz 1

Goldman Sachs
Volumen: 939,9 Milliarden Dollar

Société Générale, zu deren wichtigen Wachstumstreibern strukturierte Produkte und Derivate zählen, wird sich in Asien darauf konzentrieren, die lokale Präsenz in ihren Kernmärkten wie Japan, Korea, Singapur und China zu verstärken, sagte Yann Garnier, stellvertretender Leiter Global Markets für die Region Asien-Pazifik. Denn wenn die Bank vor Ort tätig werde, habe sie Zugang zu kleineren Kunden, was die Marktdurchdringung vertiefe. Garnier zufolge wird die Öffnung der chinesischen Märkte ein wichtiger Treiber für das Geschäft der Bank mit strukturierten Produkten und Derivaten sein.

„In China stellen wir fest, dass sich alles um die Kapazität dreht, eine großvolumige Transaktion durchführen zu können“, so Garnier. „Eine erfolgreiche Transaktion in China wird um das Mehrfache größer sein als in der übrigen Region.“

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