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26.04.2012

21:32 Uhr

Investmentbanking

Banken kämpfen mit zitterndem Wachstumsmotor

VonFinn Mayer-Kuckuk, Stefan Mauer, Michael Maisch

Asien ist für viele internationale Investmentbanken das gelobte Land. Doch die Geschäfte in der Region laufen derzeit alles andere als rund. So können Verluste aus der Euro-Krise schlechter abgefedert werden.

Die Deutsche Bank erwartet auf dem asiatischen Markt in diesem Jahr vorsichtige Kunden. Reuters

Die Deutsche Bank erwartet auf dem asiatischen Markt in diesem Jahr vorsichtige Kunden.

Peking/Mumbai/LondonDer indische Milliardär Ajay Piramal, der aus einem Textilunternehmen einen weltweit tätigen Mischkonzern gemacht hat, versteckt seine Skepsis gegenüber Investmentbankern nicht: „Egal, ob das Geschäft gut oder schlecht ist - der Banker wird sich darum bemühen, es durchzudrücken.“

Für den nächsten Milliardendeal, den Piramal mit der Pharma-Sparte seines Unternehmens plant, möchte er die Berater deshalb am liebsten ganz außen vor lassen, verriet er der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Banker „bringen nicht viel Mehrwert“, begründet der Unternehmer seine Entscheidung.

Piramal mag ein besonders kritischer Kunde sein, aber die Skepsis des Milliardärs ist ein Beispiel dafür, dass die Geschäfte der Investmentbanker in Indien, aber auch in den übrigen asiatischen Wachstumsmärkten nicht mehr so gut laufen, wie die Geldhäuser sich das wünschen.

Während die Einnahmen im Investment-Banking in Fernost im Jahr 2009 um 32 Prozent und 2010 um 82 Prozent stiegen, haben sie 2011 leicht nachgegeben und drohen nun deutlich abzusacken, wie Daten des Branchendienstes Dealogic zeigen. Im ersten Quartal 2012 verdienten die Banken mit der Platzierung von Wertpapieren und der Beratung bei Übernahmen rund ein Viertel weniger als noch vor einem Jahr.

Die Zahl der Transaktionen fiel um 14 Prozent. Deutliche Abkühlung erwartet. Nach Meinung des australischen Geldhauses Macquarie steht das Geschäft der Investmentbanken in den Schwellenländern zwar noch immer besser da als in den westlichen Industriestaaten, aber „Asien ist keine Einbahnstraße“, warnen die Analysten.

Sie rechnen mit einer „deutlichen Abkühlung“ des Wachstums: „Die weltweite Unsicherheit, die Abkühlung in China und das schwierige Wirtschaftsumfeld in Indien fordern ihren Tribut.“ Das gelte nicht nur für das Geschäft mit Wertpapierplatzierungen und Übernahmen, sondern auch für den Handel mit Devisen, Anleihen, Rohstoffen und Derivaten.

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