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22.10.2015

15:07 Uhr

Investmentbanking

Deutsche Bank will Bonuspool deutlich kürzen

Deutsche Bank-Co-Chef Cryan hatte angekündigt, dass auch die Mitarbeiter einen Teil der Last des Konzernumbaus tragen müssen. In der Investmentbank sollen einzelne Führungskräfte auf den gesamten Bonus verzichten.

Die Mitarbeiter werden ebenso wie die Aktionäre die Last des Sparprogramms zu spüren bekommen. Reuters

Deutsche Bank in Frankfurt

Die Mitarbeiter werden ebenso wie die Aktionäre die Last des Sparprogramms zu spüren bekommen.

FrankfurtDie Deutsche Bank verschiebt nicht nur den Ausschüttungstermin für die Boni der Mitarbeiter, wie das Handelsblatt exklusiv berichtet hatte. Auch die Höhe der Kürzungen konkretisiert sich. Das Institut könnte die Ausschüttungssumme für seine Investmentbanker um bis zu 500 Millionen Euro reduzieren, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Summe entspräche annähernd einem Drittel der für 2014 in der Sparte ausgeschütteten variablen Vergütung.

Deutsche-Bank-Co-Chef John Cryan hat die Bank auf einen Sparkurs eingestimmt. In einem Brief Anfang Oktober hatte er Einschnitte für Aktionäre und Beschäftigte angekündigt. Die Dividende könnte ausfallen und die Boni reduziert werden. Außerdem steht ein großer Stellenabbau bevor.

Cryan sucht der unter anderem nach Einsparungen im Wertpapiergeschäft. Es sei noch keine konkrete Entscheidung gefallen. Aber die größten Einschnitte seien für die Beschäftigten in der Sparte für den Handel mit Anleihen zu erwarten, sagte eine der Personen weiter.

Gehaltsmillionäre bei deutschen Banken (nach Funktionen)

Quelle

Die European Banking Authority in London veröffentlicht jährlich eine Übersicht über Einkommensmillionäre bei europäischen Banken. Die Zahlen hier beziehen sich auf das Jahr 2013 und wurden im September 2015 von der Behörde veröffentlicht.

Management-Aufsicht

Zahl der Einkommensmillionäre:
1
Fix-Gehalt:
1,38 Millionen Euro

(Kein Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Allgemeine Management-Funktionen

Zahl der Einkommensmillionäre:
111

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,83 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
185 Prozent

(Kein Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Investmentbanking

Zahl der Einkommensmillionäre:
196 (2012: 100)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,49 Millionen Euro (2012: 1,54 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
185 Prozent (2012: 325 Prozent)

Privatkundengeschäft

Zahl der Einkommensmillionäre:
11 (2012: 17)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,36 Millionen Euro (2012: 1,17 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
177 Prozent (Vorjahr: 120 Prozent)

Vermögensverwaltung

Zahl der Einkommensmillionäre:
15 (2012: 17)

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,5 Millionen Euro (2012: 1,53 Millionen Euro)

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
419 Prozent (Vorjahr: 169 Prozent)

Zentralfunktionen („Corporate functions“)

Zahl der Einkommensmillionäre:
27

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,59 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
303 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Unabhängige Kontrollfunktionen

Zahl der Einkommensmillionäre:
12

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,42 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
227 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Alle übrigen

Zahl der Einkommensmillionäre:
24

Durchschnittlicher Jahresverdienst:
1,33 Millionen Euro

Verhältnis von variabler zu fester Vergütung:
219 Prozent

(keine Vergleichsdaten für das Vorjahr)

Auf Kürzungen in dem Bereich hatte bereits eine Personalie hingedeutet: Der bisherige Chef des Aktienhandels Garth Ritchie war zum Chef des künftig neu geordneten Unternehmensbereichs „Global Markets“ befördert worden – und eben kein Anleihehändler. Auf der Ebene der „Managing Directors“ sei in einigen Fällen die gänzliche Streichung der Boni möglich, so die Person weiter. Ein Sprecher der Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Im dritten Quartal erwartet Europas größte Investmentbank einen Verlust nach Steuern von 6,2 Milliarden Euro, hatte sie am 7. Oktober mitgeteilt. Am jüngsten Wochenende folgte die Ankündigung eines grundlegenden Vorstands- und Unternehmensumbaus. Unter anderem wird die Investmentbank in zwei Bereiche aufgespalten.

Die bisherige Investmentbanksparte beschäftigte Ende Dezember 2014 insgesamt fast 26.000 Mitarbeiter. Davon sind mehr als 2.000 Beschäftigte als Risikoträger klassifiziert. Allein diese erhielten für 2014 insgesamt 1,09 Milliarden Euro an Boni, wie offizielle Dokumente zeigen.

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