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06.05.2014

13:49 Uhr

Investmentbanking schwächelt

Barclays verdient weniger zu Jahresbeginn

Barclays schwächelt weiter und hat im ersten Quartal weniger Gewinn verzeichnet. Das Investmentbanking läuft nicht wie erwartet. Die Probleme will die britische Krisenbank mit Einsparungen bewältigen.

Probleme im Investmentbanking drücken auf den Umsatz der britischen Krisenbank Barclays. Die Einnahmen stürzen noch stärker als bei vielen Konkurrenten ab. dpa

Probleme im Investmentbanking drücken auf den Umsatz der britischen Krisenbank Barclays. Die Einnahmen stürzen noch stärker als bei vielen Konkurrenten ab.

LondonEin schwacher Jahresauftakt erhöht den Spardruck auf die britische Bank Barclays. Die erwarteten zusätzlichen Stellenstreichungen im Kapitalmarktgeschäft könnten schon bald konkret werden. Am Donnerstag sollen die Umbaupläne für die wichtigste Sparte vorgelegt werden, wie das Management am Dienstag ankündigte. Bereits vor Monaten war in Finanzkreisen von einem weiteren großangelegten Arbeitsplatzabbau die Rede. Im ersten Quartal brachen die Einnahmen allein im Investmentbanking um fast 30 Prozent ein. Hauptgrund ist der schwache Anleihehandel, der derzeit die gesamte Branche lähmt. Dank strikter Kostenkontrolle sank das bereinigte Vorsteuerergebnis des Konzerns allerdings nur um fünf Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Pfund (zwei Milliarden Euro).

Vor allem der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen lief nicht rund. Hier schrumpfte das Geschäft um 41 Prozent - damit schnitt Barclays deutlich schlechter ab als die Konkurrenz, insbesondere als der Erzrivale Deutsche Bank. Die meisten Investoren halten sich derzeit auf dem Anleihen-Markt zurück, da es zu viel Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank (Fed) gibt, die bislang den Markt mit massiven Käufen stützt. An der Vorsicht der Anleger habe sich auch im April nichts geändert, erklärte Barclays und äußerte sich damit ähnlich pessimistisch wie zuletzt die US-Großbank JP Morgan.

Weltweit größte Investmentbanken im Anleihehandel (2013)

Deutsche Bank

2013: Platz 1 / 10,0 Prozent Marktanteil
2012: Platz 1 / 10,7 Prozent Marktanteil
2011: Platz 2 / 10,8 Prozent Marktanteil
Quelle für alle Daten: Greenwich Associates

Barclays

2013: Platz 2 / 9,2 Prozent Marktanteil
2012: Platz 2 / 9,8 Prozent Marktanteil
2011: Platz 1 / 10,9 Prozent Marktanteil

JP Morgan

2013: Platz 2 / 9,2 Prozent Marktanteil
2012: Platz 3 / 8,8 Prozent Marktanteil
2011: Platz 3 / 9,7 Prozent Marktanteil

Citigroup

2013: Platz 4 / 8,9 Prozent Marktanteil
2012: Platz 4 / 8,1 Prozent Marktanteil
2011: Platz 4 / 8,5 Prozent Marktanteil

Der Handel ist für die Geldhäuser zudem grundsätzlich teurer geworden, weil er mit viel Kapital unterlegt werden muss. Experten warnen deshalb, die goldenen Zeiten seien für immer vorbei. Es gehe in Zukunft vor allem darum, sich in einem schrumpfenden Markt zu behaupten. Auch Barclays-Chef Antony Jenkins, der ursprünglich aus dem Privatkundengeschäft kommt, will kapitalzehrende Geschäfte zurückfahren. Der Rückzug aus dem Rohstoffhandel ist bereits beschlossen.

Die Barclays-Aktie verlor fast fünf Prozent und notierte damit deutlich schwächer als der europäische Bankenindex. Dabei überschattete das kriselnde Investmentbanking eine vergleichsweise gute Entwicklung im heimischen Privatkunden- und Kreditkartengeschäft. Es gebe einfach eine zu große Unsicherheit über die weitere Strategie der Bank, erklärte Analyst Chirantan Barua von Sanford.

Von

rtr

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