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15.12.2015

08:48 Uhr

Investmentbanking

Wo Frauen nur die Hälfte bekommen

VonMichael Maisch

Eigentlich sollte man meinen, dass es Investmentbankern in diesen Tagen allen gleich geht – gleich schlecht. Doch Bankerinnen erhalten deutlich niedrigere Prämien als ihre Kollegen. Ihnen bleibt aber ein Trostpflaster.

Eine neue Studie zeigt die Gehaltsunterschiede von Männern und Frauen im Investmentbanking. dapd

Canary Wharf in London

Eine neue Studie zeigt die Gehaltsunterschiede von Männern und Frauen im Investmentbanking.

FrankfurtSo wirklich gut geht es im Moment den wenigsten in der einstigen Glamour-Branche Investmentbanking. Aber Frauen haben in der Londoner City noch deutlich mehr Grund zum Klagen als ihre männlichen Kollegen, zumindest wenn man einer neuen Studie der Personalberatung Astbury Marsden glauben darf. Die Berater haben herausgefunden, dass die Boni, die die Frauen im Investmentbanking kassieren, im Schnitt deutlich niedriger ausfallen als die Prämien ihrer Kollegen.

Der Unterschied liegt bei satten 50 Prozent und das gilt selbst für höherrangige Banker. Der Studie zufolge darf sich ein männlicher Banker im Rang eines Director in diesem Jahr auf eine Prämie von durchschnittlich über 50 000 Pfund freuen, während seine Kollegin nur auf knapp 26 000 Pfund kommt. Nach Einschätzung der Personalberater haben die Banken in der City in den vergangenen Jahren zwar große Anstrengungen unternommen, um für mehr Gleichberechtigung bei den Grundgehältern zu sorgen, bei den Leistungsprämien sei dieser Weg allerdings noch sehr weit.

Einen Grund dafür sieht Astbury Marsden, darin, dass die Bereiche, die die höchsten Boni versprechen häufig noch fest in männlicher Hand seien.  „Die Handelssäle haben zum Beispiel noch immer den Ruf, vor allem eine Domäne der Männer zu sein“, erläutert Adam Jackson, Managing Director bei Astbury Marsden. Einige Banken hätten deshalb Probleme,  genügend Frauen für diesen Bereich zu finden und sie auch langfristig zu halten.

Zwar haben sich die Verhältnisse seit Mitte der 80er-Jahre deutlich gebessert, als die damalige Premierministerin Maggie Thatcher mit dem so genannten Big Bang die britische Finanzindustrie von vielen regulatorischen Fesseln befreite. Damals waren unter den 4000 bei der Londoner Börse registrierten Brokern und Händlern  nur 52 Frauen. Aber noch immer ziehen in London Jahr für Jahr Dutzende von Bankerinnen, Anwältinnen und Beraterinnen vor Gericht, weil sie sich von ihrem Arbeitgeber wegen ihres Geschlechts diskriminiert fühlen.

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Anfang dieses Jahres kam eine Studie der „Financial Times“ (FT) zu dem Schluss, dass der Anteil der Frauen, die es in der City bis ganz an die Spitze schaffen, noch immer erschreckend gering ist. Den höchste Rang und damit auch die höchste Gehaltsstufe, die ein Investmentbanker erreichen kann, ist der Titel eines  Managing Directors. Von diesen Posten sind der FT zufolge nur knapp über 16 Prozent mit Frauen besetzt.

Den Bankerinnen bleibt zumindest ein Trost. Wenn sie denn befördert werden, dann winken ihnen deutlich höhere Gehaltserhöhungen als ihren männlichen Kollegen. Den Daten von Astbury Marsden zufolge dürfen Frauen bei einem Jobwechsel auf ein Lohnplus von rund 23 Prozent hoffen, während sich Männer mit einem Plus von 17 Prozent begnügen müssen.

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