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26.01.2010

06:59 Uhr

Investoren zeigen Interesse

Landesbanken stemmen Refinanzierung

VonPeter Köhler

ExklusivDie großen deutschen Landesbanken stehen zwar in der öffentlichen Kritik, weil sie mit Milliarden vom Staat gerettet werden mussten, die Investoren scheint das aber bisher kaum zu beeindrucken. Eine Umfrage des Handelsblatts unter den Instituten zeigt, dass die Refinanzierung für das laufende Jahr weitestgehend gesichert ist.

Die WestLB geht zuversichtlich ins Jahr 2010, auch die Refinanzierung der anderen Landesbanken steht. Quelle: ap

Die WestLB geht zuversichtlich ins Jahr 2010, auch die Refinanzierung der anderen Landesbanken steht.

FRANKFURT. Doch schon im kommenden Jahr könnte es für Landesbanken deutlich schwieriger werden, sich zu refinanzieren. „Wir haben 2009 auf der Emissionsseite gut vorgearbeitet. Deshalb können wir das Jahr 2010 mit Zuversicht angehen“, sagt Klemens Breuer, zuständiges Vorstandsmitglied der WestLB für das Kapitalmarktgeschäft. Die Düsseldorfer Landesbank hat 2009 nahezu 20 Mrd. Euro in Form von Inhaberschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen emittiert.

75 Prozent des Volumens haben die Sparkassen aufgenommen, die die Papiere in den eigenen Bestand nehmen oder an Kunden weiterreichen. Die verbleibenden 25 Prozent nahmen institutionelle Investoren ab, darunter gelten Versicherer als eine der aktivsten Zeichnergruppen für diese Papiere. „Dies belegt das Vertrauen der Investoren in die Bank“, sagt Breuer.

Bei der Refinanzierung nehmen Banken an den Kapitalmärkten neue Mittel auf, um Kredite vergeben zu können. Universalbanken refinanzieren sich auch durch Einlagen oder Sparbriefe und Bankschuldverschreibungen sowie durch Aufnahme von Geldern im Interbankengeschäft oder bei der Zentralbank. Hypothekenbanken refinanzieren sich schwerpunktmäßig durch Ausgabe von Pfandbriefen und Kommunalobligationen.

Ein Analyst sagte, die Investoren setzten bei den Landesbanken stark auf die staatliche Unterstützung. Bisher wurde diese Erwartung auch nicht enttäuscht. Die WestLB, die HSH Nordbank, die BayernLB und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) rettete der Staat nach Milliardenverlusten mit Kapitalspritzen und Ausfallgarantien oder dem Angebot der Bad Bank zur Auslagerung toxischer Papiere.

Doch schon 2011 könnte die staatliche Unterstützung für die Landesbanken wackeln, auf die Investoren so bauen. So wies gestern die Ratingagentur Moody's darauf hin, dass Pläne der Bundesregierung, wie Sanierungsfälle im Bankensektor abgewickelt werden sollen, die Unterstützung des Staates für alle Emissionen künftig infrage stellten. Die alte Bundesregierung hatte ein zweistufiges Verfahren vorgeschlagen, dass nach dem Scheitern einer einvernehmlichen Verhandlungslösung auch weitreichende staatliche Eingriffe vorsah. Dabei wären systemrelevante Teile eines Instituts auf eine „Good Bank“ übertragen und saniert worden, dagegen wären die bei der „alten“ Bank verbliebenen Teile – gegebenenfalls im Rahmen eines Insolvenzverfahrens – abgewickelt worden. Die neue Bundesregierung will die Initiative aufgreifen, konkrete Gesetzesentwürfe stehen aber noch aus.

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