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26.07.2016

14:41 Uhr

Iran

Bankgehälter erzürnen Ajatollah Khamenei

Iranische Banker trifft ein neues Gesetz: Sie dürfen bei weitem nicht mehr so viel verdienen wie bislang. Sogar der Chef des Staatsfonds musste deswegen sein Amt niederlegen.

Er sprach von „astronomischen Gehältern“, die einige Banker erhielten. AFP; Files; Francois Guillot

Ajatollah Ali Khamenei

Er sprach von „astronomischen Gehältern“, die einige Banker erhielten.

DubaiEin Skandal um die Höhe der Gehälter von Bankchefs hat Iran erfasst. Das Land führt daher Gehaltsdeckel für Regierungsbeamte und Nicht-Regierungsoffizielle ein. Dadurch soll dem Unverständnis über die Saläre von Finanzchefs entgegen gewirkt werden.

Medien im Land hatten zuvor berichtet, dass die Spitzenmanager bei einigen der führenden Finanzinstituten des Landes pro Monat umgerechnet mehrere Zehntausend Dollar verdienten – für iranische Verhältnisse sind das extreme stattliche Zahlungen. Der religiöse Führer Irans, Ajatollah Ali Khamenei, hatte die „astronomischen Gehälter“ verurteilt und „entschlossene“ Handlungen dagegen angekündigt. Politische Widersacher von Präsident Hassan Rouhani hatten versucht, Rouhani die Schuld für die Gehälter zu geben – wohl mit dem Ziel, seine Chancen auf Wiederwahl im kommenden Jahr zu reduzieren. Präsident Rouhani hatte eine Untersuchung der Vorfälle angestoßen und Konsequenzen angekündigt.

Künftig wird ein Gehaltsdeckel von 3200 Dollar (2900 Euro) pro Monat für die Chefs von Regierungs- sowie Justizbehörden gelten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur RNA unter Berufung auf den Vizepräsidenten Mohammad Bagher Nobakht am Dienstag. Für Nicht-Regierungsoffizielle soll ein Limit von etwa 6200 Dollar gelten, ergänzte Nobakht.

Diese Bankchefs verdienen am meisten

Platz 10

Stuart Gulliver, HSBC

Der CEO von HSBC landet im Ranking auf Platz 10. In den Jahren zuvor verdiente er sogar noch mehr.

2015: 11,2 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 12,6 Millionen Dollar

Platz 9

Sergio Ermotti, UBS

Der CEO der schweizerischen UBS verdiente 2015 deutlich mehr als in den Jahren davor und landet auf Platz 9.

2015: 14,9 Millionen Dollar

2014: 12,2 Millionen Dollar

2013: 11,6 Millionen Dollar

Platz 8

Brian Moynihan, Bank of America

Der Chairman, Präsident und CEO der Bank of America konnte nach einem Rückgang 2014 im vergangenen Jahr sein Gehalt wieder steigern.

2015: 16,4 Millionen Dollar

2014: 13,5 Millionen Dollar

2013: 14,5 Millionen Dollar

Platz 7

Michael Corbat, Citigroup

Auch der CEO der Citigroup konnte 2015 sein Gehalt steigern.

2015: 16,5 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 14,4 Millionen Dollar

Platz 6

John Stumpf, Wells Fargo

Der Chairman, Präsident und CEO von Wells Fargo verdiente in den vergangenen drei Jahren exakt die gleiche Summe.

2015: 19,3 Millionen Dollar

2014: 19,3 Millionen Dollar

2013: 19,3 Millionen Dollar

Platz 5

Tidjane Thiam, Credit Suisse

Der CEO der Credit Suisse hat erst im Juli 2015 bei der schweizerischen Bank als Chef begonnen. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ eingeschlossen.

2015: 21,1 Millionen Dollar

Patz 4

James Gorman, Morgan Stanley

Der Chairman und CEO von Morgan Stanley konnte sein Gehalt von 2014 im vergangenen Jahr nicht steigern.

2015: 21,2 Millionen Dollar

2014: 23,1 Millionen Dollar

2013: 18,2 Millionen Dollar

Platz 3

Bill Winters, Standard Chartered

Der CEO von Standard Chartered aus London hat erst 2015 seinen Posten angetreten. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ enthalten.

2015: 22,4 Millionen Dollar

Platz 2

Lloyd Blankfein, Goldman Sachs

Der Chairman und CEO von Goldman Sachs verdiente im vergangenen Jahr knapp eine Million Dollar weniger als 2014.

2015: 23,4 Millionen Dollar

2014: 24,3 Millionen Dollar

2013: 23,3 Millionen Dollar

Platz 1

Jamie Dimon, JP Morgan Chase

Der Chairman, Präsident und CEO von JP Morgan Chase verdiente im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten.

2015: 27,6 Millionen Dollar

2014: 20,2 Millionen Dollar

2013: 20,3 Millionen Dollar

Quelle: Financial Times

Der Gehaltsskandal hatte zu Rücktritten etlicher hochrangiger Banker und zu Verhaftungen geführt. Vier Chefs staatlicher Banken und des 80 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds gaben ihre Ämter auf oder wurden ausgetauscht, nachdem Details zu den Einkommen veröffentlicht worden waren. Diese sind zwar verglichen mit westlichen Gehältern bescheiden – der Chef des Staatsfonds verdiente den Berichten zufolge 220.000 Dollar im Jahr – aber im Iran werden die Zahlungen als übertrieben wahr genommen.

Vergangene Woche hatte die Iranische Revolutionsgarde den ehemaligen Chef der Bank Mellat und einen seiner Stellvertreter verhaftet. Die Festnahmen hingen mit einem Betrugsskandal jenseits der umstrittenen Gehälter zusammen, so General Mohammad Ali Dschafari. Auch einige Politiker seien in die Betrugsfälle verwickelt gewesen.

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