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18.01.2016

15:55 Uhr

Iran nach Sanktionsende

Warum deutsche Banken sich zurückhalten

Der Westen hebt die Sanktionen im Iran auf. Viele Unternehmen wittern einen großen Markt. Nicht so die deutschen Banken. Sie fürchten juristische Risiken – auch weil einige schon schlechte Erfahrungen gesammelt haben.

Viele westliche Unternehmen sehen in dem Land ein riesiges Geschäftspotenzial. dpa

Milliardenmarkt Iran

Viele westliche Unternehmen sehen in dem Land ein riesiges Geschäftspotenzial.

Frankfurt am MainDie deutschen Geldhäuser wollen bei Iran-Geschäften auch nach der Aufhebung von Sanktionen Vorsicht walten lassen. Die Institute würden Iran-Geschäfte erst wieder aufnehmen, wenn es Klarheit darüber gebe, welche Transaktionen genau wieder erlaubt seien, sagte ein Sprecher des Privatbankenverbands (BdB) am Montag. Es seien schließlich nicht alle Sanktionen aufgehoben worden.

Gerade wegen der Strafen, die viele Institute in der Vergangenheit wegen Iran-Geschäften kassiert haben, ist die Zurückhaltung groß. „Das ist ein heißes Eisen für die gesamte Finanzbrachen“, sagte ein Branchenvertreter.

Laut BdB bleiben bestimmte Iran-Geschäfte verboten, etwa wenn der Verdacht bestehe, dass mit ihnen Terror-Gruppen finanziert werden sollten. EU- und US-Behörden hätten Richtlinien für Bank-Geschäfte in der islamischen Republik erlassen, die nun von den Instituten analysiert würden, sagte der Sprecher. „Man muss gucken, was möglich ist.“

Die größten Banken Deutschlands

Platz 10

Helaba

Bilanzsumme: 151 Milliarden Euro

(Stand, wenn nicht anders angegeben: 31.12.2014)

Platz 9

Postbank

Bilanzsumme: 155 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 198 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 232 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 266 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 300 Milliarden Euro

Platz 4

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 489 Milliarden Euro

Platz 3

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: rund 500 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren werden.

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 564 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.700 Milliarden Euro

Geldhäuser müssten etwa aufpassen, dass sie nicht aus Versehen Geschäfte mit Firmen machten, hinter denen die Revolutionsgarden stünden, sagte der Jurist einer Großbank. Die Gruppe, die von den USA weiter geächtet wird, habe in den vergangenen Jahren die iranische Wirtschaft unterwandert. Für eine westliche Bank sei es von außen jedoch häufig schwer zu erkennen, mit wem sie es vor Ort tatsächlich zu tun habe. „Da wird sich jedes Geldhaus schwer tun, in Geschäft reinzugehen. Man holt sich nicht ohne Not neue Risiken ins Haus.“

Auch sonst müssen Banken mit Unsicherheit leben, wenn sie Geschäfte mit dem Iran finanzieren oder abwickeln. Die Strafmaßnahmen könnten schließlich jederzeit wieder eingeführt werden, falls das Land gegen die vereinbarten Auflagen verstoße, sagte der BdB-Sprecher. „Risikofrei ist es auch nach Aufhebung der Sanktionen nicht.“ Zudem gebe es im Iran große allgemeine Risiken, etwa wegen der Spannungen mit Saudi-Arabien. „Das ist keine konfliktfreie Region.“

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