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16.12.2011

17:39 Uhr

Irische HRE-Tochter

Depfa soll schuld an Milliarden-Buchungspanne sein

Die irische Tochter Depfa der Hypo Real Estate (HRE) soll die Buchungspanne bei der Bank verursacht haben. Die HRE-Bilanz war zeitweise um 55,5 Milliarden Euro zu hoch ausgewiesen worden.

Niederlassung der Hypo Real Estate HRE in Berlin dpa

Niederlassung der Hypo Real Estate HRE in Berlin

HamburgDie peinliche 55,5-Milliarden-Euro-Panne bei der Bad Bank der verstaatlichten Ex-Hypo Real Estate (HRE) ist nach „Spiegel“-Informationen aufgeklärt. Wie das Magazin berichtet, geht aus dem Prüfbericht der Bundesbank hervor, dass ein großer Teil der Verantwortung für den Fehler bei der irischen HRE-Tochter Depfa liegt. Entlastet würden danach das Management der Bad Bank FMS Wertmanagement (FMSW) und zum Teil auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. FMSW nahm dazu am Freitag auf Anfrage in München keine Stellung.

Der gigantische Bilanzierungsfehler hatte für Schlagzeilen gesorgt, aber niemanden den Job gekostet. Die Bilanzsumme der HRE-Bad-Bank war zeitweise um 55,5 Milliarden Euro zu hoch ausgewiesen worden, weil bestimmte Forderungen und Verbindlichkeiten fälschlicherweise nicht saldiert worden waren. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte mehrere Manager sowie die Chefin der HRE-Nachfolgerin Deutsche Pfandbriefbank, Manuela Better, und den Chef der Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA), Christopher Pleister, zum Rapport ins Ministerium bestellt. Die FMSA überwacht die Bad Bank der HRE.

Nach „Spiegel“-Angaben war der Ausgangspunkt die Organisation der Buchhaltung. Die HRE erstellt für die FMSW den Entwurf für den Jahresabschluss. Große Teile der Buchhaltung hat die HRE an den externen Dienstleister Capco ausgelagert. Zudem werden auch Buchungsmodelle der irischen Tochter Depfa angewandt. Ausgerechnet die strittige Position, so der „Spiegel“, sei analog zur irischen Depfa bilanziert worden. Dort sei sie aber 2010 monatelang falsch verbucht worden. Als die Depfa den Irrtum Anfang 2011 bemerkt habe, habe sie ihn zwar bei sich korrigiert, die Information aber nicht weitergegeben. In Deutschland setzte sich der Fehler deshalb fort.

Die Bundesbank-Prüfung hat dem Magazin zufolge zudem einen weiteren Fehler aufgedeckt: Im Abschluss 2010 sei bei der FMSW der Zinsüberschuss um 42,9 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen worden. Capco habe dies zwar korrigiert, aber dabei einen neuen Fehler begangen, der nun eine erneute Korrektur um 6,4 Millionen Euro notwendig mache. Die FMSW wolle die Bilanzierung neu organisieren. „Es ist zwingend erforderlich, HRE und FMSW organisatorisch zu trennen, um künftig Interessenkonflikte zu vermeiden“, sagte SPD-Finanzexperte Carsten Schneider dem „Spiegel“.

Kommentare (2)

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Fred_Kirchheimer

16.12.2011, 18:03 Uhr

Nur weil jetzt vermeldet wird, daß die 55 Mrd-Schlamperei - verniedlichend und schönfärbersich als "Panne" bezeichnet - aufgeklärt ist, kann das ja eigentlich nur der Anfang einer großen Bereinigungsaktion sein. Alle verantwortlich Beteiligten - egal ob bei der HRE, der Depfa, beim Wirtschaftsprüfer oder im Finanzministerium gehören zur Rechenschaft gezogen: Zum einen sind dalle entstandenen Kosten (auch z.B. die für die jetzt beendete Prüfung) mit Zins und Zinseszins zu erstatten - auch unter Einziehung von Privatvermögen. Und dann sind diese Herrschaften alle aus den Ämtern zu entfernen und zwar ohne einen Cent Abfindung. Die sollen sie sich dann vor Gericht erstreiten und dann können sie dem Richter erzählen warum sie geglaubt haben, für guten Gehalt eine miserable Arbeit abliefern zu können.
Dieser Fall drängt sich nahezu auf, als Präsedenzfall dafür zu dienen, daß der Staat nicht mehr gewillt ist, Schlamperei zu tolerieren. Und Schäuble könnte sich ein letztes Mal als einer präsentieren, der zur Abwechslung mal auf Seiten der Steuerzahler steht.

Mazi

19.12.2011, 13:40 Uhr

Kann jemand erklären, was eine deutsche "Staatsbank" in Irland zu suchen hat?

Habe ich da etwas nicht mitbekommen?

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