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22.04.2011

16:45 Uhr

IT-Umstellung

Commerzbank-Kunden sollten sich mit Geld eindecken

VonYasmin Osman

An den österlichen Feiertagen sollen zweieinhalb Jahre nach dem Kauf die alten Dresdner-Systeme endlich eingemottet werden. Das Mammutprojekt IT-Umstellung soll das Privatkundengeschäft stärken.

Die Mitarbeiter der Commerzbank müssen über Ostern Acht-Stunden-Schichten schieben. Quelle: dapd

Die Mitarbeiter der Commerzbank müssen über Ostern Acht-Stunden-Schichten schieben.

FrankfurtVom sonnigen Wetter werden die Computerspezialisten der Commerzbank an den Osterfeiertagen wenig mitbekommen. Denn bis Montag will der Konzern an einem geheim gehaltenen Ort in Frankfurt eines der ehrgeizigsten IT-Projekte der deutschen Bankgeschichte abschließen. Die Daten von rund fünf Millionen ehemaligen Kunden der Dresdner Bank müssen in diesen vier Tagen unfallfrei auf die frisch renovierten Computerplattformen der Commerzbank geschoben werden. Danach werden die alten Dresdner-Systeme eingemottet.

Für 2500 Mitarbeiter der Bank bedeutet das an den Feiertagen Acht-Stunden-Schichten rund um die Uhr. Läuft alles gut, wachsen die beiden Großbanken zweieinhalb Jahre nach dem Kauf der Dresdner Bank durch die Commerzbank auch technisch endgültig zusammen. Das ist für die Bank mehr als nur eine Prestigefrage. „Erst dann kann die Bank im Privatkundengeschäft richtig loslegen, alles andere ist mit Reibungsverlusten verbunden“, sagt Olaf Kayser, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Mit diesen Reibungsverlusten und den Vorbereitungen auf die neuen Commerzbank-Systeme hatte die Bank ihre bisherige Schwäche im Privatkundengeschäft entschuldigt.

Die IT-Umstellung soll das Privatkundengeschäft stärken

„Nur wenn die Bank dort Fortschritte erzielen kann, hat sie eine Chance, ihre Ertragsziele zu erreichen“, sagt Kayser. Und genau weil so viel davon abhängt, glaubt der Analyst an einen Erfolg. IT-Kosten in Höhe von 400 Millionen Euro im Jahr ließen sich damit sparen, weitere Einsparungen würden dadurch überhaupt erst möglich.

Aus dem Grund hat die Bank auch keine Mühen bei der Vorbereitung gescheut. „Wir haben unsere IT virtuell in zwei kompletten Testbanken in allen Details nachgebaut“, erklärt der zuständige Bereichsvorstand der Commerzbank, Peter Leukert. Monatelang haben die Programmierer mit den beiden virtuellen Banken „Gaia“ und „Diana“ den Datenumzug geprobt. Vereinfachende Modelle hätten schlicht nicht ausgereicht. Das liegt zum einen an der schieren Größe des Projekts. „Das wäre etwa so, als würden alle Münchner gleichzeitig nach Hamburg umziehen“, sagt Leukert. Der Umzug ist aber nicht nur sehr groß, sondern auch sehr kompliziert, da alle Kunden ihre alten Kontonummern behalten dürfen. „Das ist etwa so, als ob sich durch den Umzug Postleitzahl, Straßenname und Hausnummer nicht ändern“, sagt Leukert.

Kommentare (4)

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Vielen_Dank_Ihr_Nasen

22.04.2011, 18:02 Uhr

Da sieht man mal, wie wenig Ahnung man bei Handelsblatt-Online hat: tolle Schlagzeile, aber zu spät, Kollegen. Die Umstellung hat bei Erscheinen des Artikels doch längst begonnen. Online-Banking geht schon seit Gründonnerstag Abend nicht mehr. Sich jetzt also noch mit "Geld eindecken" geht nur an Automaten von Fremdbanken. Das sollte aber auch das ganze Wochenende über gehen, warum soll ich mich also eindecken? Spannend ist eher, ob die Gelbe Bank am Dienstag wieder öffnet. Aus eigener Erfahrung würde ich aber tippen, das es gut geht. Projekte dieser Dimension gehen entweder nicht schief, oder es wird rechtzeitig der Rückzug angetreten. Die Schlagzeile ist aus meiner Sicht billige Panikmache.

Manni

22.04.2011, 21:08 Uhr

Betrachtet man den Aktienkurs, sollten sich Commerzbank-Kunden nicht wegen EDV- sondern aus anderem Grund vorsorglich mit Barem eindecken. Wenn dem so ist, dann war der Vorschlag doch ein faires Entgegenkommen der Commerzbank.

Bernd

23.04.2011, 01:14 Uhr

Alles Unfug.
Ich als Kunde der ehem. Dresdner Bank war heute Nachmittag mit meiner Commerzbank Karte am Geldautomaten der Commerzbankfiliale.
Habe ohne Probleme Geld bekommen.

Angeblich betrifft das Bargeldproblem ja nur einen sehr kleinen Teil der Kunden. Vermutlich die mit überzogenem Konto.

Was gerade nicht geht ist Onlinebanking. Aber hey, das sollte Ostern genauso verboten sein wie tanzen.

Außerdem:
Was hat der Aktienkurs mit den Kunden der Bank zu tun ?
In meinem Commerzbankdepot ist nicht eine Commerzbankaktie.
Allerdings überlege ich mittlerweile schon ob das nicht langsam Kaufkurse sind. Die vorgesehene Kapitalerhöhung ist m.E. eine der solidesten Entscheidungen die es im deutsche Bankensektor die letzten Monate gegeben hat.

Grüße an die Panikmacher
Bernd

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