Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2016

08:38 Uhr

Italien

Bankenrettungsfonds geht an den Start

In Italien einigten sich Vertreter der Finanzbranche nach einem Treffen mit dem Wirtschaftsminister darauf, kriselnden Geldhäusern unter die Arme zu greifen. Branchenexperten sind dennoch beunruhigt.

Italiens Wirtschaftsminister will den italienischen Bankensektor stabilisieren. AP

Pier Carlo Padoan

Italiens Wirtschaftsminister will den italienischen Bankensektor stabilisieren.

MailandIn Italien kann der Bankenrettungsfonds an den Start gehen. Vertreter der Finanzbranche des südeuropäischen Landes einigten sich nach einem Treffen mit Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan am Montababend darauf, kriselnden Geldhäusern mit rund fünf Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Der Fonds soll den schwächelnden Banken Aktien und notleidende Kredite abkaufen. Er erhält dabei vom staatlichen Institut Cassa Deposito e Prestiti (CDP) Unterstützung.

Regierungschef Matteo Renzi begrüßte den Schritt. Italiens Banken sitzen auf faulen Krediten im Volumen von 360 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Drittel aller vom Ausfall bedrohten Darlehen in Europa. Es wurde zunächst nicht bekannt, wie viele Institute sich an dem Rettungsfonds beteiligen.

Italiens Bankensektor: Renzi spannt den Rettungsschirm

Italiens Bankensektor

Premium Renzi spannt den Rettungsschirm

Der Bankensektor in Italien kommt nicht aus der Krise. Jetzt denkt die Regierung über einen Garantiefonds nach, der aber nicht nach Staatshilfe aussehen darf.

Der Fonds wird nach Einschätzung von Branchenexperten aber nur vorübergehend Linderung bringen. Auf lange Sicht müsse es für den italienischen Bankensektor mit seinen traditionell geringen Renditen, schwachen Führungsstrukturen und zu vielen Zweigstellen eine Konsolidierung und Änderungen der Geschäftsmodelle geben, sagte Luigi Tramontana von der Banca Akros.

An den Börsen hatte das Vorhaben im Vorfeld für steigende Kurse gesorgt. So legten die Papiere von Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) um bis zu zehn Prozent zu. Der italienische Branchenindex gewann 2,8 Prozent. In seinem Windschatten zogen auch andere europäischen Finanzwerte an. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg 1,5 Prozent.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×