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20.10.2016

19:50 Uhr

Italien

Investmentbanken suchen händeringend nach Top-Managern

Nach einer Serie von Abgängen suchen internationale Investmentbanken sechs neue Top-Manager für Spitzenposten in Italien. Hintergrund sind mehrere Wechsel in andere Branchen. Headhunter locken nun Experten aus London.

Auch Marco Morelli von der Bank of America hat das Investmentbanking in Italien vor Kurzem verlassen. Reuters

Suche nach Top-Managern

Auch Marco Morelli von der Bank of America hat das Investmentbanking in Italien vor Kurzem verlassen.

LondonNach einer Serie von Abgängen suchen internationale Investmentbanken gleich sechs neue Top-Manager für Spitzenposten in Italien. Hintergrund sind mehrere Wechsel in andere Branchen. Headhunter versuchen nun, mit Hinweis auf den bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens italienische Talente aus London zurück in die Heimat zu locken. „Der Brexit könnte es einfacher machen“, sagte Anna Marietta vom Personalvermittler DHR International.

Die Suche werde durch die allgemeine Lage in der Branche erschwert, erklärte ihr Kollege Logan Naidu von Dartmouth Partners. Strengere Vorschriften, geringere Einkommen und die Konkurrenz durch kleine Spezialunternehmen schmälerten die Attraktivität der Geldhäuser. Allgemein ist die Arbeit von hochrangigen Bankern seit der Finanzkrise zunehmend von Restrukturierungsplänen, Kostensenkungen und Aufsichtsaufgaben (Compliance) geprägt. Hinzu kommen spezifische Probleme der italienischen Institute, die unter einem besonders hohen Berg an faulen Krediten ächzen. „An einem gewissen Punkt in der Karriere ist es schwer nein zu sagen, wenn man eine repräsentative Stelle in der Industrie angeboten bekommt“, sagte Marietta.

In jüngster Zeit haben Marco Morelli von Bank of America, Francesco Mele von Nomura und Alessandra Pasini von Barclay's das Investmentbanking in Italien verlassen. Insider berichteten der Nachrichtenagentur Reuters zudem von hochrangigen Abgängen bei Societe Generale und HSBC. Auch BNP Paribas sei auf der Suche. Ein italienischer Spitzenmanager sprach von einem beispiellosen Stühlerücken. Stellungnahmen der Geldhäuser lagen nicht vor.

Italienische Banker bleiben gerne in London, wo die Arbeit vielfältiger und die Steuergesetzgebung für sie günstiger ist. Der Denkfabrik Bruegel zufolge hatten 2014 gerade einmal ein Prozent der europäischen Mitarbeiter der fünf größten US-Banken ihren Arbeitsplatz in Italien. Hier hofft Marietta auf den Brexit-Effekt: „Großbritannien verändert sich, das könnte psychologisch eine Rolle spielen.“

Von

rtr

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