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20.06.2017

19:19 Uhr

Italien

Zerschlagung von Veneto-Banken steht bevor

Italien möchte Insidern zufolge die angeschlagenen Kreditinstitute Popolare di Vicenza und Veneto Banca zerschlagen. Das südeuropäische Land will dabei eine Lücke in den neuen Regeln zur Bankenabwicklung nutzen.

Die italienische Krisenbank soll laut einem Insider zerschlagen werden. Reuters

Veneto Banca

Die italienische Krisenbank soll laut einem Insider zerschlagen werden.

MailandItalien steuert Insidern zufolge auf eine Zerschlagung der angeschlagenen Kreditinstitute Popolare di Vicenza und Veneto Banca zu. Die Investmentbank Rothschild soll Käufer für die gesunden Teile der beiden Krisenbanken finden, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag sagten. Die Großbank Intesa Sanpaolo sei der wahrscheinlichste Käufer.

Italien will mit aller Macht verhindern, dass die neuen europäischen Regeln zur Bankenabwicklung greifen. Denn dann müssten auch Inhaber vorrangiger Anleihen und Besitzer großer Sparguthaben bluten. Der neue Plan der Regierung in Rom sieht de facto die Abwicklung der beiden Krisenbanken mit Hilfe von Staatsgeldern vor, um die Verluste für die privaten Investoren zu begrenzen. Ausfallgefährdete Kredite würden in eine „Bad Bank“ eingebracht, die teilweise mit Steuergeldern finanziert würde. Auch die Inhaber nachrangiger Anleihen und Aktionäre müssten einen Teil der Kosten tragen, sagten zwei Insider.

Die gesünderen Teile könnten von Intesa Sanpaolo übernommen werden. Doch Intesa wolle so wenig wie möglich zahlen, um eine Kapitalerhöhung oder Abstriche bei den Dividendenzahlungen zu vermeiden, sagten Insider. Auch die Iccrea-Gruppe von Genossenschaftsbanken könnte zugreifen, doch sei das unwahrscheinlicher. Das italienische Finanzministerium, Rothschild und die EU-Kommission lehnten eine Stellungnahme ab. Die italienische Großbank Unicredit schließt einen Alleingang bei der Rettung der angeschlagenen Kreditinstitute Popolare di Vicenza und Veneto Banca aus.

Die Großbank sei bereit, an einer Branchenlösung teilzunehmen, sagte Verwaltungsratschef Giuseppe Vita am Dienstag am Rande einer Veranstaltung. Einen Kauf einer der Banken schloss er aus. Zuletzt wurde spekuliert, UniCredit könne eine der beiden venezianischen Geldhäuser übernehmen, die italienische Großbank Intesa Sanpaolo die andere. Das wäre keine Branchenlösung, sagte Vita. An einer Lösung müsse die überwiegende Mehrheit der italienischen Kreditinstitute beteiligt sein.

Monte dei Paschi: Rettung ohne private Investoren

Monte dei Paschi

Rettung ohne private Investoren

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi soll einem Insider zufolge ohne die Hilfe privater Investoren auskommen. Laufende Gespräche wurden abgebrochen. Das Geldhaus sitzt auf faulen Krediten in Milliardenhöhe.

Die Regierung hofft, eine Lücke in den neuen Regeln zur Bankenabwicklung zu nutzen. Demnach könnten Banken, die nicht als systemrelevant eingestuft werden, im Rahmen eines normalen Insolvenzverfahrens abgewickelt werden. Damit wären die Mitgliedsstaaten und nicht die EU-Behörden für die Abwicklung zuständig.

Popolare di Vicenza und Veneto Banca benötigen insgesamt 6,4 Milliarden Euro frisches Kapital. Damit die EU-Kommission staatlichen Hilfen für die Institute zustimmt, müssen sie 1,2 Milliarden Euro an privaten Mitteln einsammeln. Doch da keine privaten Investoren in Sicht sind, musste die Regierung einen Alternativplan entwickeln, um zu verhindern, dass die EU den Stecker zieht.

Von

rtr

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