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24.01.2013

15:19 Uhr

Italienische Bank

Monte Paschi verliert mit Derivate-Deals 720 Millionen Euro

Eigentlich sollten die Geschäfte die Bank vor Zinsschwankungen schützen, doch sie wurden zum Problem. Italiens drittgrößtes Geldhaus macht einen enormen Verlust und die Anleger flüchten scharenweise aus den Bankaktien.

Das Bankhaus Monte dei Paschi in Siena ist das älteste Geldinstitut der Welt. AFP

Das Bankhaus Monte dei Paschi in Siena ist das älteste Geldinstitut der Welt.

MailandDerivate und andere Handelsgeschäfte haben der italienischen Bank Monte dei Paschi (BMPS) einen Verlust von etwa 720 Millionen Euro eingebrockt. „Ja. Der aktuelle Fehlbetrag hat ungefähr dieses Volumen“, sagte Bankchef Fabrizio Viola der Zeitung „Il Messagero“. Anleger der ältesten Bank der Welt fürchten nun weitere Belastungen und eine Verstaatlichung der Bank.

Sie flohen erneut in Scharen aus dem Papier. Der italienische Wirtschaftsminister Vittorio Grilli versuchte, Sorgen über die Stabilität des italienischen Bankensystems zu zerstreuen. „Wir haben keine Hinweise, dass es ähnliche Probleme auch bei anderen Banken gibt“, sagte er in Turin.

Italiens drittgrößtes Geldhaus, das Staatsanleihen des Landes im Volumen von 24 Milliarden Euro hält, wollte sich mit Derivate-Geschäften gegen Zinsschwankungen bei den Papieren absichern. Das ging gründlich schief. Am Mittwoch hatte die Bank mitgeteilt, gegenwärtig würden drei Derivate-Geschäfte geprüft, darunter die sogenannte Santorini-Transaktion mit der Deutschen Bank.

Zudem sehe sich die BMPS den Alexandria-Deal mit dem japanischen Geldhaus Nomura sowie das Nota-Italia-Geschäft mit einer ungenannten Bank genau an. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen Mitte Februar vorliegen.

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Monte Paschi kämpft derzeit mit vielen Problemen. Sie war als einzige Bank Italiens bei einem europäischen Stresstest durchgefallen und hat insgesamt Staatshilfen über 3,9 Milliarden Euro beantragt, 500 Millionen Euro davon erst im November. Am Freitag sollen die Aktionäre über eine Kapitalspritze abzustimmen, die Voraussetzung für die erneute Staatshilfe ist.

Erst am Mittwoch hatte BMPS versucht, die Anleger zu beruhigen: Die Einbußen aus den Derivate-Geschäften könnten mit den im November beantragten Extra-Hilfen gedeckt werden. Doch die Höhe des Verlustes verschreckte die Anleger am Donnerstag doch. Im Mailand die Titel sieben Prozent - der Börsenwert schrumpfte auf rund 2,8 Milliarden Euro.

Kommentare (1)

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Mazi

27.01.2013, 17:57 Uhr

Wenn Monte Paschi 720 Mio. € im Derivategeschäft verloren hat, dann hat sie ein anderer gewonnen.

Die Frage ist, wer ist es und weshalb hat er gewonnen und Monte Paschi verloren. Im Kasino, und so bezeichnen viele ja das Derivategeschäft, gewinnt immer die Bank.

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