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03.10.2013

14:37 Uhr

Italienische Großbank

Auch Intesa will Commerzbank nicht kaufen

Der deutsche Staat wartet weiter auf einen Käufer für seinen 17-prozentigen Anteil der Commerzbank. Der neue Chef der italienischen Großbank Intensa räumte Spekulationen um einen möglichen Erwerb der Anteile aus.

Intesa Sanpaolo: Kein Interesse an der Commerzbank. Reuters

Intesa Sanpaolo: Kein Interesse an der Commerzbank.

FrankfurtDie italienische Großbank Intesa Sanpaolo will die Commerzbank nicht übernehmen. „Ich schließe ein Interesse an der Commerzbank kategorisch aus“, sagte der neue Intesa-Chef Carlo Messina der italienischen Zeitung „Il Sole-24 Ore“ am Donnerstag. Auch ein Kauf oder eine Fusion mit Wettbewerbern in Italien komme nicht in Frage.

Zuletzt war wiederholt spekuliert worden, dass der deutsche Staat seinen Anteil von 17 Prozent an der Commerzbank an einen europäischen Wettbewerber verkaufen könnte. Bisher ist jedoch kein Interessent in Sicht, der diesen Anteil oder die gesamte Bank übernehmen will. Zuletzt hatten bereits die italienische Großbank Unicredit, die französische Großbank BNP Paribas und die Schweizer UBS abgewunken.

Chronik der Commerzbank seit der Krise 2008

August 2008

Die Commerzbank kündigt an, die Dresdner Bank für rund zehn Milliarden Euro von der Allianz zu übernehmen.

September 2008

Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers verschärft die Finanzkrise dramatisch und bringt Banken rund um den Globus ins Wanken.

November 2008

Die Commerzbank verhandelt den Preis für die Dresdner Bank auf knapp sechs Milliarden Euro herunter und zieht die Übernahme vom zweiten Halbjahr 2009 auf Januar 2009 vor. Die Allianz schießt der Commerzbank 750 Millionen Euro in Form einer Stillen Einlage zu.

Dezember 2008

Die Commerzbank entdeckt höhere Kreditrisiken bei der verlustreichen Dresdner Bank. Um die Übernahme trotzdem stemmen zu können, zapft die Commerzbank den staatlichen Bankenrettungsfonds (Soffin) an. Die Bank erhält 8,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen, die jährlich mit neun Prozent verzinst werden sollen, und staatliche Garantien über 15 Milliarden Euro.

Januar 2009

Der Soffin übernimmt für 1,8 Milliarden Euro - sechs Euro je Papier - 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank (Teilverstaatlichung) und pumpt zusätzlich weitere 8,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen in die Bank.

April 2011

Die Commerzbank kündigt an, von den stillen Einlagen des Soffin über 16,4 Milliarden Euro bis Juni rund 14,3 Milliarden zurückzugeben. Das gilt als erster Befreiungsschlag. Das Geld kommt aus der Platzierung von Pflichtumtauschanleihen und einer Kapitalerhöhung über 5,3 Milliarden Euro. Weitere gut drei Milliarden Euro kann die Bank so zurückgeben, weil sie das Kapital nach damaliger Einschätzung nicht braucht.

Oktober 2011

Commerzbank-Chef Martin Blessing schließt weitere Staatshilfen kategorisch aus, nachdem die EU-Bankenaufsicht EBA bei dem Institut im Zuge der Euro-Schuldenkrise ein Kapitalloch von gut fünf Milliarden Euro ausgemacht hat. Da geh ich nicht nochmal hin, sagt er und meint den Soffin. Er hält Wort - die Bank stopft das Loch in den Folgemonaten aus eigener Kraft: Hybridpapiere werden in echtes Eigenkapital getauscht, Führungskräfte erhalten ihre Boni in Aktien statt in bar, Risiken im Kreditbuch werden neu bewertet und toxische Wertpapiere ausgemistet.

Juni 2012

Für die Bonusaktien startet die Bank eine kleine Kapitalerhöhung und wirft 128 Millionen Papiere auf den Markt. Der Großteil der Mitarbeiter verkauft die Aktien aber anschließend gleich wieder. Der Soffin wandelt zeitgleich zur Kapitalerhöhung weitere stille Einlagen in Aktien um, um seine Beteiligungsquote von 25 Prozent an der Bank zu halten.

März 2013

Der Soffin lässt die Beteiligung an der Commerzbank im Juni erstmals unter 25 Prozent fallen. Mit einer Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro will die Bank bis Anfang Juni nicht nur die restlichen stillen Einlagen des Soffin von 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen, sondern auch die 750 Millionen Euro schwere Finanzspritze der Allianz.

Mai 2013

Die Commerzbank gibt am 14. Mai die Details für die Kapitalerhöhung bekannt. Am 30. Mai wird sie erfolgreich abgeschlossen. Die Frankfurter Großbank sammelte 2,5 Milliarden Euro ein. Der Rettungsfonds Soffin hält damit noch rund 17 Prozent an der Bank.

Intesa habe auch keine Interesse am angeschlagenen Rivalen Monte dei Paschi di Siena. Solche Gerüchte gehörten ins Reich der Fantasie, sagte der 51-Jährige in seinem ersten Interview seit Amtsantritt. Intesa Sanpaolo hatte am Sonntag den bisherigen Chef Enrico Cucchiani abgesetzt und Messina zum Nachfolger ernannt. Insidern zufolge hatte es Differenzen zwischen Cucchiani und Verwaltungsratschef Giovanni Bazoli über die Strategie des Kreditinstituts gegeben.

Von

rtr

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