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14.01.2014

20:36 Uhr

Italienische Krisenbank

Monte Paschi hält an Chef fest

Italiens Bank Monte dei Paschi hält an ihrem Chef fest: Der Verwaltungsrat sprach Fabrizio Viola einstimmig das Vertrauen aus. Momentan steht die Bank unter Druck, nachdem eine Aufstockung des Kapitals verschoben wurde.

Die Traditionsbank Monte dei Paschi ist wegen riskanter Derivategeschäfte und der Schuldenkrise in der Schieflage. Reuters

Die Traditionsbank Monte dei Paschi ist wegen riskanter Derivategeschäfte und der Schuldenkrise in der Schieflage.

MailandDie schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena hält an ihrem Chef fest. Der Verwaltungsrat sprach Fabrizio Viola am Dienstag einstimmig das Vertrauen aus, wie die älteste Bank der Welt in Siena mitteilte. Sie ist verstärkt unter Druck, nachdem ein Großaktionär eine Aufstockung des Kapitals um drei Milliarden Euro im Januar abgelehnt und auf mindestens Mitte Mai verschoben hatte. Nun erklärte das Geldhaus, die Kapitalerhöhung so schnell wie möglich über die Bühne bringen zu wollen. Ohne den Schritt steht der Sanierungsplan für Monte dei Paschi in Frage, eine Verstaatlichung ist nicht ausgeschlossen.

Monte Paschi hofft, dass die gleichnamige Stiftung aus Siena ihren Anteil von 33,5 Prozent rasch verkaufen kann. Um dafür mehr Zeit zu gewinnen, hatte die Stiftung sich gegen die Kapitalerhöhung gestemmt. Sowohl Viola als auch der Verwaltungsratsvorsitzende Alessandro Profumo hatten daraufhin angekündigt, über einen Rücktritt nachzudenken. In der Mitteilung vom Dienstag wurden keine Angaben zu Profumo gemacht. Aber eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass auch Profumo im Amt bleibe.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Die 1472 gegründete Traditionsbank ist wegen riskanter Derivategeschäfte und der Schuldenkrise in der Schieflage. Sie hat in den vergangenen zwei Jahren fast acht Milliarden Euro Verlust geschrieben, auch für 2013 werden rote Zahlen erwartet. Die Regierung stützt das Institut mit 4,1 Milliarden Euro. Für eine Genehmigung dieser Staatshilfe verlangt die EU-Kommission eine Kapitalerhöhung.

Von

rtr

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