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08.09.2013

23:06 Uhr

Italienische Krisenbank

Monte Paschi plant Kapitalerhöhung von 2,5 Milliarden Euro

Die italienische Regierung hat dem Geldinstitut milliardenschwere Hilfskredite in Aussicht gestellt. Doch dafür muss Monte Paschi einige Auflagen erfüllen. Dazu zählt etwa eine Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe.

Für die Hilfskredite der italienischen Regierung muss die Bank Monte Paschi einige Auflagen erfüllen. Reuters

Für die Hilfskredite der italienischen Regierung muss die Bank Monte Paschi einige Auflagen erfüllen.

RomDie italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena muss im Gegenzug für Staatshilfen das Volumen ihrer geplanten Kapitalerhöhung auf 2,5 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Zudem müsse die älteste Bank der Welt ihre Kosten weiter reduzieren und ihren Bestand an Staatsanleihen leicht verringern, teilte das Wirtschaftsministerium am Sonntagabend mit. Schon am Samstag hatte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia nach einem Treffen mit Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni gesagt, Monte Paschi müsse mehr als die bislang vorgesehene eine Milliarde Euro über die Kapitalerhöhung einnehmen. Im Gegenzug kann die Bank, die 2012 durch mehrere Derivate-Geschäfte knapp eine Milliarde Euro verloren hatte, die von der Regierung in Aussicht gestellten Hilfskredite über 4,1 Milliarden Euro bekommen.

Wenn die verschärften Konditionen im Rettungsplan berücksichtigt seien, werde die EU-Kommission grünes Licht geben, hatte Almunia am Samstag gesagt. Dies werde in den nächsten zwei Monaten geschehen.

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Saccomanni hatte in einem Interview mit der Reuters am Wochenende erklärt, Staatshilfen sollten eine Ausnahme bleiben. Er machte deutlich, dass die Regierung anderen angeschlagenen Geldhäusern nicht unter die Arme greifen wolle. Sie sollten sich vielmehr mit Konkurrenten zusammenzuschließen.

Italiens Banken leiden unter der seit langem währenden Rezession, die den Bestand an faulen Krediten in die Höhe schnellen ließ. Riskant sind auch ihre großen Bestände an italienischen Staatsanleihen, die im Falle einer Ausweitung der Schuldenkrise Löcher in die Bilanzen reißen könnten.

Von

rtr

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