Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.04.2013

15:52 Uhr

Jahresbilanz der KfW

Deutschlands beste Bank gehört dem Staat

Ein Gewinnsprung auf 2,4 Milliarden Euro: Die Förderbank KfW läuft der privaten Konkurrenz den Rang ab. Der Erfolg schürt die Furcht vor den Star-Staatsbankern. Die rechnen derweil den Zusammenbruch der Euro-Zone durch.

Umbau bei der Förderbank KfW? Die Bankengruppe soll nicht weiter wachsen. obs

Umbau bei der Förderbank KfW? Die Bankengruppe soll nicht weiter wachsen.

BerlinDie Förderbank KfW hat im vergangenen Jahr mehr verdient als jedes andere Geldhaus in Deutschland. Der Konzerngewinn kletterte um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, wie das Frankfurter Institut mitteilte. Die KfW profitiert davon, dass sie dank des Top-Ratings der Bundesrepublik so günstig Geld aufnehmen kann wie kein anderes Institut.

Zudem steigt ihr Geschäftsvolumen, weil sie auf Betreiben der Politik immer mehr Aufgaben übernimmt – beispielsweise die Finanzierung der Energiewende. Die Bilanzsumme der KfW stieg 2012 in der Folge auf 512 Milliarden Euro. Das Förderinstitut ist damit hinter der Deutschen Bank und der Commerzbank die drittgrößte Bank des Landes.

Klagen ausgewählter deutscher Banken wegen US-Hypothekenpapieren

Klagen der BayernLB

JP Morgan 21.11.2011 – keine Schadenshöhe genannt (o.A.)
Morgan Stanley 25.01.2012 – o.A.
Deutsche Bank 18.04.2012 – o.A.
Merrill Lynch 02.05.2012 – o.A. (Klage am 02.10.2012 zurück genommen)
Bank of America 21.05.2012 – o.A.
Barclays 03.08.2012 – 274 Millionen Dollar gefordert
Goldman Sachs 05.09.2012 – o.A.

Klagen der DZ Bank

Ally Financial 13.12.2011 (Klage am 25.07.2012 zurück genommen) – 49 Millionen Dollar Forderung
JP Morgan 30.01.2012 – 85 Millionen Dollar
HSBC 31.01.2012 – 122 Millionen Dollar
JP Morgan 01.03.2012 – 158 Millionen Dollar
JP Morgan 30.03.2012 – 401 Millionen Dollar
(Zusammenlegung aller drei Klagen gegen JP Morgan am
11.07.2012, danach Zusammenlegung aller drei Klagen gegen
JP Morgan nicht genau bezifferbar)
Barclays 16.05.2012 – 133 Millionen Dollar
UBS 25.07.2012 – 160 Millionen Dollar
Goldman Sachs 07.09.2012 – 189 Millionen Dollar
Morgan Stanley 21.11.2012 – 694 Millionen Dollar

Klagen von EAA/Phoenix

Bislang haben die Gesellschaften, die giftige Wertpapiere aus den Beständen der ehemaligen WestLB-Bestände verwalten, vier Klagen gegen US-Banken eingereicht – unter anderem gegen den US-Sitz der Deutschen Bank, eine Gruppe von US-Banken und die Bank of America inklusive deren Tochter Countrywide.

Klagen der HSH Nordbank

JP Morgan 31.08.2011 – 42 Millionen Dollar Forderung
Barclays 29.09.2011 – 40 Millionen Dollar
Barclays 29.12.2011 – 46 Millionen Dollar
JP Morgan 29.12.2011 – 117 Millionen Dollar
Ally Financial 29.12.2011 (Klage am 14.06.2012 zurück genommen) – 130 Millionen Dollar
Barcalys 23.02.2012 – 122 Millionen Dollar

(Zusammenlegung aller drei Klagen gegen Barclays am 20.03.2012, danach Forderung nicht genau beziffert)
HSBC 27.02.2012 – 41 Millionen Dollar
Goldman Sachs 24.08.2012 – 110 Millionen Dollar
Morgan Stanley 24.08.2012 – 524 Millionen Dollar

Klagen der IKB

JP Morgan 01.09.2011 keine genaue Bezifferung (o.A.)
Credit Suisse 12.09.2011 – 3 Millionen Dollar
Citigroup 22.09.2011 (Klage am 29.09.2012 zurück genommen) – 4 Millionen Dollar
Credit Suisse 05.10.2011 – 16 Millionen Dollar
Credit Suisse 20.10.2011 – 5 Millionen Dollar
Credit Suisse 27.10.2011 – 1 Millionen Dollar
Credit Suisse 10.11.2011 – 215 Millionen Dollar
(Zusammenlegung aller fünf Klagen gegen Credit Suisse am 02.07.2012, danach Klagesumme nicht genau beziffert)
JP Morgan 23.02.2012 – 312 Millionen Dollar
Bank of America / Countrywide 14.05.2012 – 200 Millionen Dollar
Bank of America / Merrill Lynch 14.05.2012 – 56 Millionen Dollar
Goldman Sachs 05.09.2012 – 73 Millionen Dollar
Citigroup 05.09.2012 – 137 Millionen Dollar
JP Morgan 28.09.2012 – 11 Millionen Dollar
Morgan Stanley 16.11.2012 – 147 Millionen Dollar

Außerdem: Rücknahme von insgesamt elf Klagen gegen Ally Financial am 07.02.2012

Klagen der LBBW

JP Morgan 29.09.2011 – keine genaue Bezifferung (o.A.)
Royal Bank of Scotland 21.02.2012 – 71 Millionen Dollar
Capital One 08.03.2012 – 169 Millionen Dollar
Bank of America 29.03.2012 – o.A.
Barclays 01.06.2012 – 125 Millionen Dollar
Barclays 11.06.2012 – 55 Millionen Dollar
Capital One 11.06.2012 – 32 Millionen Dollar
Royal Bank of Scotland 19.06.2012 – 173 Millionen Dollar

Quelle

Gutachterliche Stellungnahme der Sachsen Asset Management im Auftrag der nordrhein-westfälischen FDP-Fraktion (datiert auf den 7. November 2012)

Im laufenden Jahr geht KfW-Chef Ulrich Schröder allerdings von einem deutlichen Gewinnrückgang aus. „Der auch in diesem Jahr sehr gute Konzerngewinn der KfW liegt deutlich oberhalb des nachhaltigen Ertragspotenzials und lässt sich nicht in die Zukunft fortschreiben“, sagte er. Die KfW gehe in ihrer Planung für 2013 von einem Gewinn „leicht oberhalb von einer Milliarde Euro“ aus, heißt es im Geschäftsbericht der Bank.

Die Staatsbank hat einen Zusammenbruch der Euro-Zone durchgerechnet. „Wir tun das nicht, weil wir das erwarten“, sagte KfW-Finanzchef Bernd Loewen. Es sei für große Geldhäuser aber obligatorisch, auf ein solches Szenario vorbereitet zu sein.

Das direkte Engagement der KfW in den europäischen Peripherieländern sei überschaubar, betonte Loewen, allerdings könnten weitergehende Verwerfungen an den Märkten nach einem Zusammenbruch der Euro-Zone auch die KfW treffen. „Aufgrund der Zweit- und Drittrundeneffekte würden wir an die Grenzen unserer Risikotragfähigkeit geführt“, warnte Loewen. „Die europäische Finanzindustrie könnte ein solches Szenario in der Summe nicht tragen.“

Durch Simulationen habe sich die Bank auch darauf vorbereitet, falls ein oder mehrere Länder aus der Euro-Zone austreten, sagte Loewen. Das Frankfurter Institut wolle damit sicherstellen, dass IT, technische Abläufe und die Transaktionsabwicklungen darauf vorbereitet seien, falls einzelne Länder wieder eigene Währungen einführten.

Der üppige Gewinn der KfW weckt derweil Begehrlichkeiten. So kursierte zeitweilig in Berlin die Idee, dass die KfW zumindest einen Teil ihres Gewinns an den Bund ausschütten soll. Doch von diesen Plänen hat sich die schwarz-gelbe Bundesregierung wieder verabschiedet.

Allerdings soll sein Institut den Bundeshaushalt künftig indirekt entlasten: Die KfW soll einen Teil ihrer Gewinne für Förderprogramme verwenden, für die ansonsten der Bund aufkommen müsste. Unter anderem soll sie Mittel zum Klimafonds beisteuern.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

16.04.2013, 11:25 Uhr

Ist doch gut so! Da gelangen die Gewinne in die richtigen Kanäle. Wenn man nun noch die Ausgabeseite überwacht und Verstöße ahndet - wird das ein guter Weg.

Logik-Ratio

16.04.2013, 12:13 Uhr

Private dt. Banken? Ich dachte ohne Staatseingriff wären die alle Pleite? Ist es dann nicht ein wenig gewagt von privaten Banken zu sprechen?

Ameise

16.04.2013, 12:23 Uhr

Ach so, dann ist der Staat ja doch der bessere Banker! Mal was Neues. Gut, das wir das jetzt wissen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×