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07.03.2013

14:36 Uhr

Jahresbilanz

Landesbank Berlin verdreifacht Gewinn

Die Landesbank Berlin hat 117 Millionen Euro im Jahr 2012 verdient – dreimal mehr als im Vorjahr. Die LBB befindet sich noch im Umbau und soll am Ende zur Hauptstadtsparkasse werden.

Das Logo der Landesbank Berlin. Die LBB hat ihren Gewinn deutlich gesteigert. picture-alliance/ dpa

Das Logo der Landesbank Berlin. Die LBB hat ihren Gewinn deutlich gesteigert.

BerlinMitten im Konzernumbau erfreut die Landesbank Berlin ihre Sparkassen-Eigner mit einem Geldsegen: Die LBB verdreifachte 2012 ihren Vorsteuergewinn und stellt nach einem Jahr Pause wieder eine Dividende in Aussicht. "Wir gehen davon aus, dass wir die Erwartung von 100 Millionen Euro nicht enttäuschen", sagte LBB-Chef Johannes Evers am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekoferenz. Zuletzt war die Ausschüttung ausgefallen.

Im vergangenen Jahr lief es für die LBB wieder besser. Der operative Gewinn stieg auf 117 (Vorjahr: 41) Millionen Euro. "Das ist ein ordentliches Ergebnis", sagte Evers. Für das laufende Jahr erwartet er wegen des weiteren Umbaus und der Niedrigzinsphase weniger Gewinn als 2012.

Deutschlands Sparkassen hatten die LBB Mitte 2007 für gut fünf Milliarden Euro gekauft, mussten seitdem aber große Teile ihres Engagement abschreiben. Erst im Dezember hatte es Abschreibungen von rund 910 Millionen Euro gegeben. Deshalb dürften sich die Aktionäre wieder über eine Dividende freuen, für 2010 hatten sie 140 Millionen Euro erhalten.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Die LBB wird nach dem Willen ihrer Eigner ihr Kunden-Kapitalmarktgeschäft und ihr Fonds-Geschäft an die DekaBank abgeben, die ebenfalls von den Sparkassen kontrolliert wird. "2013 wird ein Jahr des Umbruchs und Aufbruchs werden", gab Evers die Marschroute vor. Hier sei der Konzern zuletzt gut vorangekommen. Die Immobilientochter Berlin Hyp soll zum eigenständigen und zentralen Immobilienfinanzierer der Sparkassen ausgebaut werden.

Bis 2014 soll sie von der LBB-Tochter zur LBB-Schwester mutieren. Jan Bettink, langjähriger Berlin Hyp-Chef und im LBB-Vorstand für die Immobilienfinanzierung zuständig, signalisierte, dass er bereit sei, die Berlin Hyp künftig zu führen. Am Ende der Neuausrichtung wird die LBB zur Hauptstadtsparkasse geschrumpft sein - der Name Landesbank wird dann verschwinden. "Es wird irgendwas mit Sparkasse sein", sagte Evers.

Der Konzern baute seine Risikoaktiva weiter ab und erreichte nach Evers Worten sein Ziel, bis Ende 2012 Eigenkapital in Höhe von 500 Millionen Euro freizusetzen. Die LBB fuhr auch ihr Engagement in den europäischen Krisenstaaten weiter runter: Das Volumen fiel von nominal 6,2 Milliarden Euro Anfang 2012 auf 2,6 Milliarden Euro Ende Februar 2013. Nach Steuern kehrte die Bank mit 99 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. 2011 war die LBB erstmals seit 2003 in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Nettoverlust von 79 Millionen Euro verbucht.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herta-sei-Dank

08.03.2013, 08:37 Uhr

Na toll, zum Enteignungstermin fast ertraglos, nach Rausschmiss (mit Miniabfindung!) der Miteigentümer ertragsstarkt.

Wenn so etwas kein G'schmäckle hat...

Herzlichen Dank an Min BMJ ade Herta Däubler-Gmelin.

Aktien-Investments sind ja so attraktiv und für eine Langzeit-Anlage empfehlenswert... :-(((



Niemax

08.03.2013, 09:25 Uhr

Irrweg beendet?

Nach 20 Jahren mit einer schier unglaublichen Wertvernichtung kehrt die einst ertragsstärkste deutsche Sparkasse auf die Erfolgsspur vermutlich zurück!

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