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13.02.2014

11:36 Uhr

Jahresergebnis

Commerzbank mit Mini-Gewinn

Ein hartes Jahr mit weitreichendem Konzernumbau schließt die Commerzbank mit einem Millionengewinn ab. Doch langfristig attraktive Geschäftsfelder werfen weniger Ergebnis ab – und eine Dividende gibt es nicht.

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FrankfurtMehrere tausend Arbeitsplätze baut die Commerzbank ab, risikobehaftete Altlasten fährt sie zurück und das Institut wird vor allem auf Privatkunden und das Geschäft mit Mittelständlern fokussiert: Commerzbank-Chef Martin Blessing kann inmitten des schwierigen Umbaus einen Teilerfolg melden. Die Commerzbank schreibt wieder schwarze Zahlen.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Deutschlands zweitgrößte Bank einen Nettogewinn von 78 Millionen Euro, mehr als Analysten erwartet hatten. Ein Jahr zuvor hatten noch 47 Millionen Euro Verlust zu Buche gestanden. Die Aktionäre hießen das zum Handelsauftakt gut und schickten die Aktie mehr als drei Prozent ins Plus auf zwischenzeitlich 13,95 Euro.

Der Abbau der Immobilien-, Staats- und Schiffskredite sei schneller als erwartet vorangekommen, teilte die Commerzbank am Donnerstag mit. Die interne „Bad Bank“, in der diese Bestände geparkt sind, schrumpfte bis Ende 2013 auf 116 Milliarden Euro statt der erwarteten 125 Milliarden. Bis 2016 sollen in ihr nur noch 75 Milliarden Euro liegen; bisher hatte Vorstandschef Martin Blessing weniger als 90 Milliarden Euro angepeilt.

Die harte Kernkapitalquote soll gleichzeitig auf mehr als zehn Prozent steigen - auch nach den verschärften Regeln von Basel III. Die bisher angepeilten neun Prozent hat die Bank bereits vorzeitig erreicht.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Allerdings gibt es auch Wermutstropfen: Die sogenannte Kernbank mit den als zukunftsträchtig erachteten Geschäftsfelder erzielte im Jahr 2013 ein operatives Ergebnis von 1,8 Milliarden Euro – das waren 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang sei auf ein „verschlechtertes Marktumfeld“ und höhere Kreditausfälle bei Mittelstandskunden zurückzuführen.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

13.02.2014, 08:25 Uhr

COMMERZBANK ÜBER ERWARTUNGEN....STÄRKSTE AKTIE IM DAX
.....................................................
wieder ein negativer und einseitiger bericht über die
commerzbank..!!
offenbar können die mitarbeiter des handelsblattes kei-
ne bilanzen interpretieren..!!
hohe rückstellungen und rückzahlungen und trotzdem im
plus..
vorbörslich stärkste aktie im dax..

freierBuerger

13.02.2014, 08:45 Uhr

Kein Wort mehr zu der Höhe der Boni-Zahlungen an die Mitarbeiter. Die Commerzbank-Werbung an erster Stelle tut ihre beabsichtigte Wirkung.

Account gelöscht!

13.02.2014, 09:06 Uhr

Und keine Dividende. Wozu auch? Kein Gewinn ist groß genug, um ihn nicht mit Bonizahlungen an sich selbst einzudampfen. Da sagen wir doch: danke, Staatsbank!

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