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06.03.2013

13:06 Uhr

Jahreszahlen

Sparkassen hängen Deutsche Bank ab

Vor Steuern machen die mehr als 400 Sparkassen 4,4 Milliarden Euro Gewinn – dreimal so viel wie die Deutsche Bank. Das Kreditgeschäft läuft solide, mit dem Wertpapierhandel ist aber immer weniger zu verdienen.

Logo vor einer Sparkassen-Filiale: Der Vorsteuergewinn der Institute geht leicht zurück. dpa

Logo vor einer Sparkassen-Filiale: Der Vorsteuergewinn der Institute geht leicht zurück.

FrankfurtDas stabile Geschäft mit Privatkunden und Unternehmen lässt bei den Sparkassen die Kassen klingeln. Wegen der Niedrigzinsphase und rückläufigen Wertpapiergeschäften ging der Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr zwar um sieben Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zurück, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Die 422 Sparkassen verdienten damit aber immer noch mehr als drei mal so viel wie der Branchenprimus Deutsche Bank, der wegen des Konzernumbaus und Kosten für Rechtsstreitigkeiten 2012 nur einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro einfuhr.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Unter dem Strich verdienten die Sparkassen im vergangenen Jahr 2,1 Milliarden Euro. „Die Sparkassen sind in ihrer Gesamtheit sehr solide und liquide aufgestellt“, sagte der seit Mitte Mai amtierende DSGV-Präsident Georg Fahrenschon. Die Institute hätten ihre Kapitalpuffer im vergangenen Jahre erneut gestärkt und die Vorgaben der Aufseher „deutlich übererfüllt“. Die durchschnittliche Kernkapitalquote der Sparkassen stieg um zwei Prozentpunkte auf 12,5 Prozent.

Das Geschäftsmodell der Institute, Spareinlagen als Kredite auszureichen, ist stabil, allerdings hinterlässt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) deutliche Spuren in der Bilanz der Geldhäuser. Der Zinsüberschuss, traditionell die dominierende Ertragsquelle der Sparkassen, sank 2012 um knapp zwei Prozent auf 23,2 Milliarden Euro.

Roland Boekhout, der Chef des Sparkassen-Rivalen ING-Diba, hat kürzlich vorhergesagt, dass nicht alle deutsche Banken die Niedrigzinsphase überleben werden – besonders, wenn sie hohe Kosten haben. Die ING-Diba und andere Institute aus dem In- und Ausland, die häufig keine Filialen betreiben und geringe Kosten haben, werben seit einiger Zeit mit vergleichsweise hohen Sparzinsen um die Einlagen der deutschen Kunden – und bringen die Sparkassen damit gegen sich auf.

Außerdem bekommen die Sparkassen - wie alle anderen Banken - zu spüren, dass seit der Finanzkrise immer weniger Kunden Lust auf Wertpapiergeschäfte haben. So erhalten sie in der Folge weniger Provisionen. Im vergangenen Jahr sank der Provisionsüberschuss der Sparkassen um ein Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. 2012 habe der Umsatz mit Wertpapieren zehn Prozent unter dem des Jahres 2011 und 43 Prozent unter dem des Jahres 2008 gelegen, sagte Fahrenschon.

Die zehn kleinsten Sparkassen in Deutschland

Sparkasse Hohenwestedt

Auf Rang 420 von insgesamt 429 Sparkassen kommt die Sparkasse Hohenwestedt. In der kleinen Gemeinde im Herzen Schleswig-Holsteins (rund 5.000 Einwohner) arbeiten 52 Menschen in einer der vier Filialen der örtlichen Sparkasse. Im Jahr 2010 sind sie auf eine Bilanzsumme von 261 Millionen Euro gekommen.

Sparkasse Geseke

Platz 421 geht an die Sparkasse Geseke im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen). In der 20.000-Einwohner-Stadt arbeiten 80 Angestellte bei der Sparkasse. Die Sparkasse Geseke kam 2010 auf eine Bilanzsumme von 251 Millionen Euro.

Sparkasse Laubauch-Hungen

Noch etwas weniger ist es bei der Sparkasse Laubach-Hungen, sie konnte 244 Millionen Euro in der Bilanz von 2010 ausweisen. Im hessischen Laubach leben aber auch nur rund halb so viele Menschen wie in Geseke.

Sparkasse Fröndenberg

Rang 423 geht wieder nach Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt nach Fröndenberg im Kreis Unna. Die Bilanzsumme der Sparkasse Fröndenberg belief sich 2010 auf 240 Millionen Euro.

Stadtsparkasse Schwalmstadt

Auf den Rängen 424 bis 428 liegen nur Mitglieder des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT). Den Anfang macht die nordhessische Stadtsparkasse Schwalmstadt mit einer Bilanzsumme von 182 Millionen Euro.

Sparkasse Battenberg (Eder)

Platz 425 geht auch nach Nordhessen, genauer gesagt in den Landkreis Waldeck-Frankenberg. Dort ist die Sparkasse Battenberg (Eder) ansässig, die auf eine Bilanzsumme von 178 Millionen Euro kommt.

Stadtsparkasse Grebenstein

Auf Platz 426 liegt in Nordhessen, dieses Mal im Kreis Kassel. Die Sparkasse Grebenstein muss sich der in Battenberg aber nur um läppische 639.000 Euro geschlagen geben (178.420.000 Euro zu 177.781.000 Euro).

Stadtsparkasse Borken (Hessen)

Im selben Landkreis wie die Stadtsparkasse Schwalmstadt (Schwalm-Eder-Kreis) liegt die Stadtsparkasse Borken. Sie kommt noch auf eine Bilanzsumme von 169 Millionen Euro - mit 47 Mitarbeitern in fünf Filialen.

Stadtsparkasse Felsberg

Und noch einmal der Schwalm-Eder-Kreis, dieses Mal aber die Stadtsparkasse Felsberg. in der Stadt mit 10.000 Einwohnern arbeiten 42 Bank-Mitarbeiter in zwei Filialen - macht eine Bilanzsumme von 167 Millionen Euro.

Stadtsparkasse Bad Sachsa

Die kleinste Sparkasse liegt im Süden Niedersachsens. In der 7.500-Einwohner-Kleinstadt Bad Sachsa gibt es nur eine Sparkassen-Filiale. Mit dieser kommt die Stadtsparkasse Bad Sachsa auf eine Bilanzsumme von 129 Millionen Euro.

„Daran ist zu erkennen, wie stark sich die Finanzkrise im Bewusstsein von breiten Kundengruppen eingebrannt hat.“ Für die Kunden und die deutsche Volkswirtschaft sei es jedoch wichtig, dass die Menschen weiter Geld in deutsche Unternehmen steckten. Die Politik dürfe die Wertpapierberatung deshalb nicht weiter durch bürokratische Auflagen erschweren, forderte der CSU-Politiker. „Die Politik gefährdet mit solchen Maßnahmen die Aktienkultur.“

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