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30.05.2017

15:18 Uhr

Jobabbau

Commerzbank will 3000 Mitarbeiter in Rente schicken

Die Commerzbank macht ernst mit ihrem geplanten Jobabbau. 3000 Mitarbeitern soll bereits ein „goldener Handschlag“ angeboten worden sein. Am meisten leiden soll laut einem Bericht zufolge die Firmenkundensparte.

Die zweitgrößte deutsche Privatbank macht ernst mit dem neuen Jobabbau. dpa

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Die zweitgrößte deutsche Privatbank macht ernst mit dem neuen Jobabbau.

FrankfurtDie Commerzbank bietet rund 3000 Mitarbeitern ein Angebot auf Frühverrentung an, wie der Informationsdienst Bloomberg meldet. Insidern zufolge ist das Angebot ein wichtiger Schritt im Rahmen des Stellenabbauplans. Die deutsche Großbank will innerhalb von vier Jahren 9600 Stellen einsparen.

Das Angebot soll für ausgewählte Angestellte, die vor 1962 geboren wurden, eine Abfindung von 30.000 Euro vorsehen. Manche Beschäftigte haben demnach bis Ende Juni Zeit, andere bis Ende August, um sich für oder gegen das Angebot zu entscheiden. Das durchschnittliche Jahresgehalt bei der Commerzbank betrug 2016 rund 79.600 Euro, rechnet man die kompletten Lohnkosten von 3,5 Milliarden Euro auf die 44.267 Beschäftigten Ende des Jahres um.

Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte im September seine sogenannte Turnaround-Strategie vorgestellt. Diese sieht eine stärkere Automatisierung verschiedener Bankaufgaben mithilfe der Digitalisierung vor, wodurch rund ein Fünftel der Belegschaft nicht mehr gebraucht wird. So sollen die Kosten der angeschlagenen Privatbank nach dem jüngsten Einbruch der Einnahmen gedämpft werden.

Einem internen Dokument zufolge, das Bloomberg vorliegt, wird die Firmenkundenabteilung der Commerzbank bis Ende 2020 am stärksten vom neuen Personalabbau betroffen sein: 2.400 Mitarbeiter sollen dort abgebaut werden. Ende 2016 arbeiteten in der Sparte noch 6611 Beschäftigte. Die neue Zahl beinhaltet auch Stellenwechsler in andere Bereiche des Konzerns und die Auslagerung der Aktienmarkt- und Rohstoff-Abteilung.

Zielwert ist demnach ein Abbau der Mitarbeiterzahl in der Frankfurter Zentrale auf 7419 Planstellen (von aktuell 9.840) bis 2020. Der endgültige Jobabbau dürfte sich jedoch von den nun bekanntgewordenen Zielen unterscheiden, da auch noch der Betriebsrat ein Wörtchen mitzureden hat.

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Ein Sprecher der Bank lehnte es ab, die Insider-Berichte zu kommentieren. Unter Zielkes Vorgänger Martin Blessing hatte die Bank bereits 5.200 Arbeitsplätze abgebaut. Das Programm war unter anderem gestartet worden, um der gesunkenen Ertragskraft angesichts volatiler Märkte und rekordniedriger Zinsen entgegenzuwirken.

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