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04.11.2013

05:00 Uhr

Jochen Klösges

Commerzbank-Vorstand will Posten freiwillig räumen

VonYasmin Osman

ExklusivCommerzbank-Vorstand Jochen Klösges will sein Amt wohl freiwillig niederlegen. Vertraute sagen: Für ihn hat sich eine „ausreichend attraktive Alternative“ aufgetan. So könnte die Bank um eine hohe Abfindung herumkommen.

Umbau bei der Commerzbank: Vorstandschef Blessing (M) will den Vorstand verkleinern. Jochen Klösges (2 v.r.) geht nun offenbar freiwillig. dpa

Umbau bei der Commerzbank: Vorstandschef Blessing (M) will den Vorstand verkleinern. Jochen Klösges (2 v.r.) geht nun offenbar freiwillig.

FrankfurtIm Streit um die Abberufung von zwei Commerzbank-Vorständen zeichnet sich eine überraschende Wende ab: Jochen Klösges, einer der beiden Topmanager auf der Abschussliste, will Handelsblatt-Informationen zufolge sein Amt wohl freiwillig niederlegen.

Die Angelegenheit steuere auf eine einvernehmliche Lösung zu, sagten mehrere mit der Sache vertrauten Personen dem Handelsblatt. Für Klösges habe sich eine „ausreichend attraktive Alternative“ zur Commerzbank aufgetan, hieß es. Damit käme die Bank dann auch um die gefürchtete hohe Abfindung herum. Die Commerzbank äußerte sich zu dem Thema nicht.

Mit diesem Schritt würde Klösges einer Abberufung durch den Aufsichtsrat entgehen, der am 6. November tagt. Der Aufsichtsrat hatte im August eine Verkleinerung des Vorstandsgremiums um zwei auf sieben Vorstände grundsätzlich beschlossen. Gegen eine unfreiwillige Abberufung von Klösges und seinen Vorstandskollegen Ulrich Sieber hatten sich aber bei einer Abstimmung am 14. Oktober die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat geschlossen gesträubt.

Für Müller und Blessing ist die Wendung im Falle Klösges ein Glücksfall. Denn im Aufsichtsrat ist die Zwangsablösung von Klösges und Sieber wegen der juristischen Risiken hochumstritten. Dagegen hätten die beiden Manager klagen können. Denn ihnen werden keine Verfehlungen vorgeworfen, die sonst die normalerweise Voraussetzung für eine Abberufung wären. Die Bank führt stattdessen  „organisatorische Gründe“ an.

Sie will den Vorstand verkleinern, weil die Bank auch bei den einfachen Mitarbeitern spart. Am 6. November wird der Aufsichtsrat nun voraussichtlich nur noch über die Abberufung von Sieber entscheiden müssen. Kommt noch immer keine Mehrheit zustande, kann Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller die Abberufung im zweiten Wahlgang mit seinem Doppelstimmrecht durchboxen. Die Vertreter der Kapitalseite hatten bereits im Oktober mit ihm gestimmt.

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