Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.06.2016

19:45 Uhr

John Cryan

Deutsche Bank weiterhin für Börsenfusion mit London

Deutsche-Bank-Chef John Cryan befürwortet auch nach dem Brexit-Votum die Fusion der Frankfurter mit der Londoner Börse. Die Deutsche Bank ist bei dem geplanten Zusammenschluss der Börsen aber kein neutraler Beobachter.

Nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef John Cryan wäre ein Zusammenschluss der Deutschen Börse mit den Märkten in London und Mailand eine wichtige Säule der Stabilität. AP

Weiterhin für die Fusion

Nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef John Cryan wäre ein Zusammenschluss der Deutschen Börse mit den Märkten in London und Mailand eine wichtige Säule der Stabilität.

FrankfurtDie Deutsche Bank hält die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange (LSE) ungeachtet des Brexit-Votums weiter für vorteilhaft. „Angesichts der Herausforderungen, vor denen die Finanzindustrie nun vor allem in Großbritannien steht, wäre ein Zusammenschluss von Deutscher Börse mit den Märkten in London und Mailand eine wichtige Säule der Stabilität“, sagte Deutsche-Bank-Chef John Cryan der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht.

Die LSE betreibt unter anderem auch die Börse Mailand. Der Ausgang des Brexit-Referendums verunsichere die Marktteilnehmer mit Blick auf die künftige Rolle von zentralen Clearingstellen, sagte Cryan. „In einer stärkeren gemeinsamen Organisation könnten die Börsen ihre Kräfte bündeln und die Märkte in Europa und London solider und belastbarer machen.“ Die Deutsche Bank ist bei dem geplanten Zusammenschluss der Börsen kein neutraler Beobachter, sie begleitet die Fusion federführend für die Deutsche Börse.

Nach der Brexit-Entscheidung ist der Widerstand gegen die Fusionspläne von Deutscher Börse und LSE gestiegen. Zuletzt hatten mehrere Politiker und die Finanzaufsicht BaFin die Unternehmen aufgefordert, die fusionierte Börse nicht wie geplant in London anzusiedeln.

Deutsche Börse/LSE droht Scheitern: An Frankfurt führt kein Weg vorbei

Deutsche Börse/LSE droht Scheitern

Premium An Frankfurt führt kein Weg vorbei

Die Fusion von Deutscher Börse und LSE droht an der Standortfrage zu platzen. Die Bundesregierung besteht auf einem Unternehmenssitz in der EU. Und es ist nicht die einzige neue Hürde durch das Brexit-Votum der Briten.

Die Entscheidung über die Börsen-Fusion wird für Frankfurt in jedem Fall große Auswirkungen haben. Ein hochrangiger EU-Vertreter machte deutlich, dass die Abwicklung von Derivate-Geschäften in Euro (Clearing) künftig nicht mehr in London stattfinden kann und in die EU verlagert werden muss. Das betrifft vor allem die in London angesiedelte LSE-Tochter LCH.Clearnet. Sollte die Börsen-Fusion gelingen, ist es aus Sicht von Experten wahrscheinlich, dass viele dieser Geschäfte nach Frankfurt wandern. Andernfalls würden sie wohl zur französischen Sparte von LCH.Clearnet verlagert.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×